Plötzlich alles anders

Störende Skyline am Fernsehturm: Durchgedrehter Wolkenkratzer am Alex kommt nicht

Der Entwurf des US-Stararchitekten Frank Gehry: Schön durchgedreht sollte der Hines-Turm am Alexanderplatz sein. Nun wird alles anders.

Author - Norbert Koch-Klaucke
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Der in sich gedrehte Wolkenkratzer am Alexanderplatz: So wird es den Hines-Turm nicht geben (Symbolbild).
Der in sich gedrehte Wolkenkratzer am Alexanderplatz: So wird es den Hines-Turm nicht geben (Symbolbild).KURIER-Illustration/von KI erstellt

Sie stören zwar den Blick auf den Fernsehturm. Doch mit den Wolkenkratzern geht es am Alexanderplatz hoch hinaus. Der erste hat am Warenhaus schon seine Höhe erreicht, der zweite wächst noch mit seinen zwei Türmen neben dem Hotel Park Inn. Und der dritte sollte als in sich „durchgedrehter“ Wolkenkratzer-Turm 150 Meter neben dem Saturn-Sockelbau in den Berliner Himmel wachsen. Doch aus diesem spektakulären Bauwerk wird wohl nichts.

Neuer Alex-Wolkenkratzer sollte ein Hingucker werden

Diesen Hingucker lieferte der Entwurf des US-Stararchitekten Frank Gehry. Sein Entwurf von einem in sich gedrehten Turm begeisterte die Fachwelt und die Berliner – und wurde Sieger des Architektenwettbewerbs.

2000 stand bereits der erste Bauplan. Doch es gab zu viele Probleme, wie etwa die gefährliche Nähe zu den U-Bahntunneln der Linie U5. Auch um die Höhe von 150 Metern wurde gestritten.

Seit Tagen sind die Bedenken offenbar aus der Welt geschafft. Denn die Senatsbauverwaltung startete die Öffentlichkeitsbeteiligung für einen neuen Bebauungsplan für das Hines-Hochhaus. Darin werden „die planungsrechtlichen Voraussetzungen“ für das Bauvorhaben geschaffen. Bei der Höhe von 150 Metern soll es bleiben.

In sich gedreht: So sollte der Hines-Tower neben dem Saturn am Alex aussehen.
In sich gedreht: So sollte der Hines-Tower neben dem Saturn am Alex aussehen.Frank Gehry

Jeder ging davon aus, dass der Wolkenkratzer auch so aussehen wird, wie ihn Star-Architekt Frank Gehry entwarf. Es wäre der letzte Bau des US-Amerikaners geworden, der im Dezember 2025 im Alter von 96 Jahren starb. Doch daraus wird nichts. Der Wolkenkratzer neben den Saturn-Sockelbau kommt offenbar nicht in der Gestalt daher, wie es vor Jahren geplant war.

Neuer Wolkenkratzer am Alex soll völlig anders aussehen

Der Grund dieser Annahme ist eine Aussage, die in diesen Tagen getroffen wurde – und überraschte. „Eine abschließende Festlegung zur konkreten architektonischen Ausgestaltung ist […] zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht getroffen“, teilt eine PR-Agentur im Auftrag von Hines auf Anfrage des RBB schriftlich mit.

Frank Gehry
Frank GehryDennis Van Tine/imago

„Aktuell können wir keine Visualisierungen zur Verfügung stellen“, heißt es weiter. Auch die zwei anderen Wolkenkratzer-Entwürfe, die in dem damaligen Architektenwettbewerb zum Hines-Turm zur Debatte standen, dürften damit erledigt sein. Denn alles, was nun in der Öffentlichkeitsbeteiligung seitens der Berliner oder Institutionen vorgetragen wird, soll in den Bau des Hines-Wolkenkratzers einfließen.

Bis zum 24. April können sich die Berliner bei der Senatsbauverwaltung über den neuen Bebauungsplan informieren und dazu Stellungnahmen abgeben. Was der Hines-Wolkenkratzer nun wirklich werden soll, erfährt man aus den Unterlagen kaum.

Von Einzelhandelsbetrieben und Wohnungen ist da nur die Rede. So unklar wie das künftige Aussehen des Hines-Wolkenkratzers ist auch, wann der Bau stehen soll. Ein Zeitplan wurde noch nicht genannt.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema Wolkenkratzer auf dem Alexanderplatz? Wären Sie für den „durchgedrehten“ Turm gewesen? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com