In der Nacht zu Donnerstag haben Berliner rund um den Funkturm beachtliche blaue Strahler gesehen. Viele haben überrascht ihre Handys gezückt. Angekündigt war die Aktion nicht. Dahinter steckte ein Test für ein großes Event in der Hauptstadt.
„What the funk?“: Das steckt hinter den blauen Lichtern
Es war ein echtes Spektakel! Am Mittwochabend erstrahlte der Funkturm in einem hübschen Königsblau. Um das Berliner Wahrzeichen herum leuchteten zusätzlich Dutzende Strahler in derselben Farbe in den Himmel. Der Grund für die hübsche Aktion war eine Generalprobe.

Denn der Funkturm wird in diesem Jahr 100 Jahre alt! Messe Berlin feiert ab dem kommenden Freitag, dem 20.03.2026, gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) das große Jubiläum mit besonderen Veranstaltungen und Führungen. Das Motto lautet „What the funk? Der Funkturm wird 100 Jahre alt – und funkt wieder.“ Ab Freitag soll auch die neue Lichtinszenierung präsentiert werden, „die den Funkturm 2026 in besonderem Glanz erstrahlen lässt.“
Wie das Programm genau aussehen wird, dazu hält sich Messe Berlin noch bedeckt und verweist auf den kommenden Freitag. Es bleibt also spannend.
Wie hat sich die Nutzung des Funkturms im Laufe der Jahre verändert?
Im Laufe seiner Geschichte hat der Berliner Funkturm seine Nutzung mehrfach und zum Teil grundlegend verändert: In den Anfangsjahren ab 1926 diente er als bedeutender Rundfunksender und war ein zentrales Symbol des neuen Massenmediums Radio; ab 1929 kamen erste Fernseh‑Testsendungen hinzu, und 1932 wurde vom Funkturm sogar die weltweit erste Fernsehsendung ausgestrahlt.
In den 1970er- und 1980er‑Jahren nahm seine technische Relevanz als Sendeturm jedoch stetig ab, und seit 1989 strahlt der Turm nur noch Amateurfunk, BOS‑Funk und mobilen Landfunk aus – seine ursprüngliche Rolle als Hauptsender ist damit weitgehend beendet.

Parallel dazu entwickelte sich der Funkturm immer stärker zu einem Aussichtsturm und Ausflugsziel, wozu insbesondere das seit den 1920ern bestehende Restaurant und die öffentlich zugängliche Aussichtsplattform beitrugen. Auch seine symbolische Bedeutung wandelte sich: Vom technischen Avantgarde‑Projekt über die Propagandanutzung im NS‑Staat bis hin zum „Leuchtturm der Freiheit“ im Kalten Krieg.
Kannten Sie diese Fun Facts über den Funkturm?
Der Funkturm stand zeitweise auf nur drei Beinen! Während des Zweiten Weltkriegs wurde eine der Hauptstreben von einer Granate zerstört. Der 600‑Tonnen‑Stahlkoloss stand dadurch vorübergehend tatsächlich nur auf drei Beinen – und blieb dennoch stehen.
Der Turm stand auf Porzellanfüßen: Im Fundament des Funkturms wurden spezielle Porzellan-Dämpfer verbaut, hergestellt von der Königlichen Porzellan-Manufaktur, um elektrische Überspannungen zu verhindern – ein extrem ungewöhnliches Baumaterial für einen Stahlturm



