Bierliebhaber in der Hauptstadt jubeln! Noch vor einer Woche hieß es, dass die schottische Brauerei Brewdog sich aus ganz Deutschland zurückzieht und auch die beliebten Standorte in Mitte und Friedrichshain für immer schließt – sogar ihr Flagschiff, den großen Biergarten in Mariendorf. Der Craftbier-Gigant hat in dieser Woche einen Insolvenzantrag beim Berliner Amtsgericht gestellt. Doch jetzt kommt alles ganz anders! Warum Brewdog Berlin erhalten bleibt.
Brewdog öffnet wieder in Berlin – trotz Insolvenz
Gute Nachrichten für Craftbier-Fans! Die Brewdog-Betriebe in Berlin-Mariendorf, Berlin-Mitte und Hamburg werden wieder geöffnet, nachdem das BrewDog-Management die Voraussetzungen hierfür gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Philipp Hackländer geschaffen hat. Das geht aus einer Stellungnahme von Dominik Tosch (Country Director von Brewdog Deutschland) hervor, die dem KURIER vorliegt.
„Unter dem Schutz des Insolvenzverfahrens erhalten die Brewdog-Mitarbeiter ihre Gehälter und auch der Wareneinkauf startet wieder“, so der Sanierungsexperte aus der US-Kanzlei White & Case.

„Unsere Biere haben wir in der vergangenen Woche sowieso weiter produziert, um die anhaltende Nachfrage aus dem Einzelhandel zu bedienen. Es ist also noch genug Bier für alle da“, ergänzt Tosch. Parallel zur Wiedereröffnung spreche der vorläufige Insolvenzverwalter bereits mit Investoren aus dem In- und Ausland, die die Berliner und Hamburger BrewDog-Standorte kurzfristig übernehmen möchten.
Wie Berliner jetzt helfen können
Die Insolvenz ist für manch einen Brewdog-Fan ein Schock. Damit die Berliner Standorte nicht wieder geschlossen werden müssen, sollten Kunden hier wohl wieder mehr „Bierchen kippen“ gehen.
Doch der deutsche Bierkonsum geht immer weiter zurück. 2025 rutschte der Absatz erstmals unter acht Milliarden Liter und lag nur noch bei etwa 7,8 Milliarden Litern – über sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Dahinter stehen langfristige Entwicklungen wie ein gesundheitsbewussteres Konsumverhalten, eine ältere Bevölkerung, höhere Preise in Gastronomie und Handel sowie veränderte Trinkgewohnheiten, die insgesamt zu weniger Alkoholkonsum führen.

Selbst wetterbedingte Ausschläge – etwa ein extrem heißer Juli mit Rekordverkäufen – konnten den Negativtrend nicht brechen. Insgesamt zeigt der Markt klar: Seit den 1990ern geht es für das klassische Bier stetig bergab.

