Im Dauerstreit zwischen BVG und Verdi kommt Bewegung in die Sache. Erstmals hat die BVG der Gewerkschaft in der vierten Verhandlungsrunde ein Angebot vorgelegt – als „Einstieg und Grundlage“, wie das Unternehmen nach zweitägigen Gesprächen am Donnerstagabend erklärte.
Nächstes Treffen steht bereits in wenigen Tagen an
Konkrete Zahlen oder Inhalte nannte die BVG zwar nicht, doch für Fahrgäste bedeutet der Schritt erst einmal Entspannung. Neue Warnstreiks gelten in den kommenden zwei Wochen als äußerst unwahrscheinlich. Beide Seiten treffen sich bereits am 12. März zu einem Sondierungstermin und setzen die Tarifgespräche am 19. und 20. März fort.
Arbeitgeberseite zeigt sich zufrieden
Die Arbeitgeberseite bezeichnete die Verhandlungen als „konstruktiv und intensiv“. Man habe gemeinsam „Verhandlungskorridore“ abgesteckt. Dabei ging es unter anderem um Urlaub und Urlaubsgeld, Mindestruhezeiten, Schichtlängen, Wendezeiten und geteilte Dienste.
BVG‑Verhandlungsführerin und Personalchefin Jenny Zeller‑Grothe zeigt sich optimistisch: „Der Einstieg in die konkreten Verhandlungen ist gemacht und wir bewegen uns aufeinander zu“, sagte sie. „Jetzt gilt es, weiter zu verhandeln und am Verhandlungstisch um Schwerpunkte und gute Lösungen zu ringen. Diese Erwartung dürfen die Mitarbeitenden und alle Berliner*innen zurecht an uns und Verdi haben.“

Signal der Deeskalation von Gewerkschaft
Auch von der Gewerkschaft kommt ein Signal zur Deeskalation. Am Rande der jüngsten Kundgebung hatte Sven Globig aus der Verdi‑Verhandlungsgruppe bereits eine besonders strittige Forderung relativiert: Man habe den Arbeitgebern angeboten, die 35‑Stunden‑Woche in der aktuellen Auseinandersetzung „erst einmal beiseitezuschieben“. Für die BVG ein möglicher Knotenlöser, weil die Arbeitszeitverkürzung auf rund 100 Millionen Euro pro Jahr taxiert wird.
Auch beim Urlaubsgeld will Verdi nicht länger auf 500 Euro mehr beharren. Im Vordergrund stehen jetzt längere Wendezeiten, drei Tage mehr Urlaub und ein zusätzlicher Urlaubstag je 100 Nachtarbeitsstunden.
Was heißt das für Berlin?
Für die nächsten Tage dürfte der Bus‑ und Bahnverkehr stabil bleiben – die Drohung mit neuen Ausständen ist vom Tisch, weil die BVG ein Angebot geliefert hat. Jetzt entscheidet sich am Verhandlungstisch, ob aus dem „Einstieg“ ein Durchbruch wird.


