Wer heute als Fahrgast nicht technisch auf der Höhe ist, hat bei der BVG sehr, sehr schlechte Karten. Erst schaffte das Unternehmen das Bezahlen mit Bargeld in den Bussen ab. Nun kommen Fahrgäste nicht weiter, die vorne beim Fahrer bargeldlos ihr Ticket kaufen wollen. Denn in den Bussen der BVG funktionieren offenbar nicht alle Kreditkarten.
So soll Baregeldlos-Bezahlen im BVG-Bus funktionieren
Eigentlich lohnt es sich, wenn man mit der Zeit geht. Mit dem bargeldlosen Bezahlen im Bus entfällt das lästige Suchen nach den Münzen in der Geldbörse, das vor allem Zeit kostet und so ungewollt für verspätete Abfahrtzeiten sorgt. Auch bekommen Fahrgäste nicht mehr den Busfahrer-Befehl zu hören: „Bitte passend! Ick hab‘ kein Wechselgeld!“
Seit dem 1. September 2024 gilt in Berlin das bargeldlose Bezahlen in den Bussen. Läuft wie im Supermarkt. Karte an das Terminal halten – und schon hat man das Ticket. „Die Nachfrage nach Barzahlung im Bus ist in den letzten Jahren um über 80 Prozent gesunken“, erklärte damals die BVG.
Außerdem würden BVG-Fahrgäste mittlerweile ihre Umweltkarten oder das Deutschlandticket dem Busfahrer vorzeigen. Und die Gelegenheitsfahrer wie Rentner oder Touristen, die nicht dauernd auf die BVG angewiesen sind – sie halten ihre Giro- oder Kreditkarte an das Kartenlesegerät vor.
BVG-Geräte können nicht alle Karten lesen
Doch so einfach, wie es an der Supermarkt-Kasse ist, funktioniert das nicht in den Bussen der BVG. Die Kartenlesegeräte in den Geschäften akzeptieren das kontaktlose Bezahlen (Kreditkarte oder Smartphone mit Bezahlfunktion einfach heranhalten) und auch das Einschieben von Girokarten (Chip- und PIN-Verfahren). Nicht aber die Kartenlesegeräte in den BVG-Bussen.

Wer noch eine Girokarte mit dem sogenannten Chip- und PIN-Verfahren hat, sieht beim Bezahlen beim Busfahrer ganz schön alt aus, wie jetzt eine Anfrage des AfD-Abgeordneten Rolf Wiedenhaupt an den Senat ergab.
Die Verkehrssenatsverwaltung erklärte in ihrer Antwort: „Die gegenwärtig in den Bussen der BVG eingesetzten On-Board-Units akzeptieren unbare Zahlungen ausschließlich kontaktlos (NFC-Bezahlverfahren).“
Warum nur kontaktlos? Weil die BVG dieses Lesegerätesystem schneller bekam. „Die Entscheidung zur Beschaffung von Zahlungsterminals, die Kartenzahlungen via Chipkartenleser nicht akzeptieren, wurde 2020 während der Corona-Zeit durch die BVG mit Blick auf die schnellere Abwicklung getroffen“, so die Verkehrsverwaltung.
BVG akzeptiert nur Karten mit „Kontaktlos“-Funktion
In der Pandemie hatte die BVG die Bargeldzahlung beim Busfahrer vorübergehend ausgesetzt. Es mussten damals schnell Kartenlesegeräte her. Bei diesen blieb man dann auch bei der Einführung des offiziellen bargeldlosen Bezahlens in den Bussen. Für den AfD-Abgeordneten Wiedenhaupt ergibt sich damit eine Zugangseinschränkung für Fahrgäste, die keine Geldkarten mit der „Kontaktlos“-Funktion besitzen.
Der Senat verneint. Es stehe Bankkunden „selbstverständlich frei, ob, wann und wie sie die ihnen zur Verfügung gestellten Zahlungsmöglichkeiten nutzen wollen“, heißt es in der Antwort an den AfD-Abgeordneten. Senat und BVG sehen keinen Handlungsbedarf, die Geräte nachzurüsten.



