Der aktuelle Krieg im Iran – er ist auch an den Tankstellen angekommen. Vielerorts schoss der Dieselpreis am Mittwochmorgen bereits über die 2-Euro-Marke. Preise, die vor allem Menschen in den grenznahen Gebieten in die Nachbarländer treiben. Doch nun gibt es erste Berichte darüber, dass es an grenznahen Tankstellen etwa in Tschechien bereits zu Engpässen kam. Und der eigentliche Ansturm wird am Wochenende erwartet.
Krieg im Iran wirkt sich massiv auf Spritpreise aus
Schock für Autofahrer an den Tankstellen in Deutschland: Der Krieg im Iran ist auch hierzulande an den Zapfsäulen mehr als deutlich zu spüren. Der Dieselpreis ist infolge der Verwerfungen am Mittwoch auf mehr als zwei Euro geklettert.
In der Preisspitze um 7.15 Uhr ermittelte der ADAC einen bundesweiten Durchschnittspreis von 2,054 Euro pro Liter. Im weiteren Verlauf des Vormittags sank er zunächst wieder knapp unter die 2-Euro-Marke.
Bittere Pille auch bei anderen Treibstoffen: Superbenzin der Sorte E10 legte deutlich zu und kostete in der morgendlichen Spitze 1,995 Euro pro Liter. Der Anstieg fiel aber nicht ganz so stark aus wie beim Diesel. Beide Preise lagen am Vormittag aber klar höher als zum gleichen Zeitpunkt des Dienstags. Die Folge: Viele Autofahrer setzten sich in ihre Autos – und düsten über die Grenzen ins Nachbarland! Denn in Polen und Tschechien ist der Treibstoff wesentlich billiger, rund 40 Cent lassen sich pro Liter sparen.

Beispiel Sachsen: Hier fuhren viele Autofahrer zum Tanken über die Grenze. Und zwar mit reichlich Wut im Bauch. „Das ist nicht mehr auszuhalten, wie die Preise in Deutschland sind, das ist nicht normal“, sagte ein Mann aus Freiberg gegenüber Journalisten. Er tankte an einer Tankstelle in Cinovec nicht weit entfernt von der deutschen Grenze. Ein Dresdner Autofahrer monierte: „Die Preise in Deutschland sind nicht gerechtfertigt.“ Der Krieg sorge für Preistreiberei. „Denn man sieht es ja, hier in Tschechien sind die Preise auch noch human und bei uns in Deutschland werden sie bloß nach oben getrieben.“
Spritpreise: Immer mehr Grenzverkehr zum Tanken
Auch die Bundespolizei registrierte bereits einen Anstieg des sogenannten kleinen Grenzverkehrs. Die Folge: An einigen Tankstellen in grenznahen Gebieten ging der Sprit aus! Beispiel Sebnitz: In der Kunstblumenstadt in Sachsen fahren viele über die Grenze, tanken im benachbarten Dolni Poustevna. Wer die hiesige Prim-Tankstelle besuchte, musste laut „Sächsischer Zeitung“ schon am Dienstag ohne Sprit wieder fahren, denn Diesel, Super E10 95 und Natural 95 waren ausverkauft. Über Nacht wurde aber für Nachschub gesorgt.

In anderen Orten, etwa in Hřensko an der Grenze am Bad Schandauer Ortsteil Schmilka, wappnet man sich für das Wochenende – hier wird eine regelrechte Tankwelle erwartet. Denn viele greifen inzwischen auch zum Kanister, um sich zu bevorraten. „Ich fahre nach dem Mittag nochmal. Man weiß ja nie, ob der Preis in Tschechien auch so bleibt“, sagte eine Frau, die an der Tankstelle tankte und einen 20-Liter-Kanister füllte. Mehr als die 20 Liter sind in Polen und Tschechien übrigens nicht möglich: Wenn man mehr Treibstoff mit über die Grenze bringt, kann es unter Umständen teuer werden.
Politik diskutiert über massive Spritpreise
Auch in der Politik wird bereits über die Spritpreise diskutiert. Der sächsische Wirtschafts- und Energieminister Dirk Panter etwa sieht den Bund in der Pflicht, fordert „preisdämpfende Maßnahmen“.
Hohe Ölpreise würden unmittelbar auf Benzin, Diesel und Heizöl durchschlagen und seien wie höhere Gaspreise Gift für den Wirtschaftsmotor Deutschland. „Das alles belastet viele Haushalte ebenso wie Unternehmen – gerade in einem Flächenland wie Sachsen.“ Die Bundesregierung plant nach den Worten von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche aber keine Spritpreisbremse zur Entlastung von Autofahrern vor dem Anstieg der Benzinpreise. „Das steht nicht auf der Agenda“, sagte die CDU-Politikerin in München.




