Tanks geknackt

Teurer Sprit, dreiste Diebe: Dieselklau explodiert!

In Brandenburg nimmt der Diesel-Diebstahl massiv zu, besonders Rastplätze sind im Visier.

Author - Stefan Doerr
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Ein Polizist nimmt einen Sprit-Klau auf.
Ein Polizist nimmt einen Sprit-Klau auf.André März/Imago

Der Dieselpreis schießt durch die Decke und mit ihm kommt der Kraftstoff-Klau. In Brandenburg greifen Diebe inzwischen so dreist zu, dass ganze Baustellen lahmgelegt werden.

Tausende Euro Schaden durch Raubzüge

Allein in den vergangenen Wochen entstanden Schäden in Höhe von mehreren tausend Euro. „Mit dem hohen Spritpreis steigen die Fälle, dass Diesel illegal abgezapft wird“, sagt ein Sprecher der Polizeidirektion Süd. Betroffen sind vor allem Baustellen, auf denen nachts schwere Maschinen stehen. Der Bauindustrieverband Ost klagt über aufgebrochene Tanks, beschädigte Geräte und massive Verzögerungen im Bauablauf.

Diebe knacken Tanks auf und zapfen Benzin und Diesel ab.
Diebe knacken Tanks auf und zapfen Benzin und Diesel ab.Jens Büttner/dpa

Diebe kommen, wenn die Fahrer schlafen

Ein besonders teurer Vorfall: Unbekannte manipulierten einen abgestellten Transporter, sodass literweise Diesel auslief. Der Schaden lag bei rund 2000 Euro. Regelmäßig schlagen Täter nachts zu, zapfen Diesel aus Baggern, Lkw oder Generatoren ab. Neuerdings trifft es auch Raststätten: Während Fahrer schlafen, verschwinden Hunderte Liter aus den Tanks.

Besonders entlang der A10 rund um Königs Wusterhausen und auf einem Betriebshof in Spree-Neiße schlugen Diebe zuletzt zu. Fast zeitgleich wurde die Polizei zu den Parkplätzen Lankensee und Uckleysee gerufen. „In beiden Fällen hatten Lkw-Fahrer festgestellt, dass der Tank ihrer Brummis über Nacht angezapft worden war.“ Mehrere hundert Liter Diesel wurden geklaut.

Auf einem Pendlerparkplatz haben Diebe den Tank eines Pkw aufgebohrt, um Benzin zu klauen.
Auf einem Pendlerparkplatz haben Diebe den Tank eines Pkw aufgebohrt, um Benzin zu klauen.André März/Imago

Nicht nur Lastwagen sind im Visier. Nach Angaben der Polizei werden besonders häufig Bagger und andere Arbeitsmaschinen auf Baustellen angegangen. Die Aufklärungsquote ist gering, die Schäden sind dagegen enorm. Denn oft ist nicht der gestohlene Diesel selbst das größte Problem. Viel gravierender sind die Schäden an Maschinen und die Folgen für den Bauablauf.

„Mit steigenden Kraftstoffpreisen nimmt die Attraktivität solcher Delikte weiter zu. Erste Anzeichen dafür sehen auch unsere Mitgliedsunternehmen“, beklagte der Bauindustrieverband Ost. Verbands-Hauptgeschäftsführer Robert Momberg warnt: „Deutlich schwerer wiegen Folgekosten durch aufgebrochene Maschinen, beschädigte Tanks und vor allem Störungen im Bauablauf. Auf eng getakteten Baustellen mit vielen Gewerken können solche Ausfälle schnell zu erheblichen Verzögerungen und damit zu spürbaren Mehrkosten führen.“

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