Es ist schon wieder passiert! Kaum sind die Erinnerungen an den großen Winter-Blackout im Südwesten Berlins verblasst, sitzen in der Hauptstadt schon wieder Menschen im Dunkeln!
Gegen 22 Uhr ging das Licht aus
Gegen 22 Uhr war am Samstagabend plötzlich Schluss mit Licht, Wärme und laufenden Kühlschränken. Betroffen war wieder ein Teil des Gebiets, das beim längsten Blackout in der Geschichte Berlins ohne Strom dasaß in Nikolassee (Steglitz-Zehlendorf). Rund 1314 Haushalte unter anderem in Kirchweg, Schopenhauerstraße, Von-Luck-Straße, Waldrebensteig, Wasgenstraße und Umgebung hatten keinen Saft.
Die Polizei reagierte sofort und schickte zusätzliche Streifen in die betroffenen Straßen. „Unsere Einsatzkräfte sind dort nun verstärkter unterwegs, um ansprechbar zu sein und das Sicherheitsgefühl der Anwohnerinnen und Anwohner zu stärken“, hieß es auf X. Wer Sorgen hatte, konnte sich direkt an die Wache wenden.

Böse Erinnerungen an Rekord-Blackout
Denn der Schock des Blackouts im Januar sitzt tief. Damals legte ein mutmaßlich linksextremistischer Brandanschlag auf eine Kabelbrücke den Südwesten lahm. Der längste Stromausfall der Berliner Nachkriegsgeschichte folgte. 100.000 Menschen, 45.000 Haushalte, über 2000 Betriebe hatten vier, teils sogar fünf Tage lang keinen Strom und keine Heizung bei Schnee und Eiseskälte.
Tausende Berliner verließen damals ihre Wohnungen und suchten Schutz in Hotels. Der Berliner Senat versprach Hilfe und übernahm die Kosten für Notunterkünfte. Mehr als 2800 Anträge auf Erstattung gingen ein.

Diesmal dauerte der Spuk zum Glück nicht wieder tagelang. Bereits ab 22.40 Uhr flackerte in ersten Wohnungen wieder das Licht, um 23.35 Uhr waren laut Stromnetz Berlin alle Haushalte versorgt. Zur Ursache konnte der Netzbetreiber noch nichts sagen. Offenbar war es in einem Umspannwerk zu einem Ausfall gekommen.
Um die Täter vom Januar zu finden, wurde eine Belohnung von einer Million Euro ausgelobt für Hinweise, die bis zum 24. Februar eingehen. Die Frist ist abgelaufen, ein Fahndungserfolg bislang nicht in Sicht. Die Bundesanwaltschaft schweigt zu eingegangenen Hinweisen, während Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) Anfang Februar von einer Vielzahl an Meldungen sprach und darauf hoffte, jemand aus der Szene könnte auspacken.
Der jüngste Vorfall reiht sich ein in eine ganze Serie von Angriffen auf die Berliner Stromversorgung. Bereits im September 2025 brannte es in Treptow-Köpenick. Ein Feuer zerstörte Starkstromkabel, 50.000 Haushalte und 2000 Betriebe waren betroffen. Ein Bekennerschreiben sprach damals von einem Angriff auf den Technologiepark Adlershof. Der Schaden: bis zu 70 Millionen Euro.


