Um Punkt 12 Uhr war es so weit. Ab diesem Mittwoch dürfen Tankstellenbetreiber nur noch einmal am Tag und um diese Uhrzeit den Preis für Kraftstoffe erhöhen. Die Maßnahme ist Teil eines Pakets, das die Bundesregierung beschlossen hat, um die steigenden Preise für Benzin und Diesel infolge des Iran-Krieges einzudämmen.
Der Tankstellen-Test um 12 Uhr
Doch wie wirkt sich der Plan der großen Koalition in der Realität aus? Steigen die Preise sprunghaft an oder ist der Anstieg moderat? Der KURIER war bei einer Tankstelle in der Prenzlauer Allee und hat beobachtet, wie sich die Preise verändert haben.
So haben sich die Preise nach 12 Uhr entwickelt
Wie zu erwarten war, fiel der Anstieg nur moderat aus. Um 11.59 Uhr kostete ein Liter Diesel bei der Tankstelle 2,29 Euro. Um 12 Uhr lag der Preis dann bei 2,33 Euro.
Anders sah es bei Super E10 aus. Kostete der Liter vor der Umstellung noch 2,04 Euro, waren es danach 2,14 Euro. Super E5 erhöhte sich von 2,10 auf 2,20 Euro.

Bereits am Dienstag sind die Preise deutlich gestiegen
Dass der Preissprung nicht so groß ausgefallen ist, hat einen triftigen Grund. Bereits vor Inkrafttreten der geplanten Preisbremse sind Benzin und Diesel teurer geworden.
Der bundesweite Tagesdurchschnitt für Super E10 lag am Dienstag in den morgendlichen Spitzen bei 2,159 Euro für Super E10. Diesel kostete 2,368 Euro je Liter.
Tankstellenpreise sind bereits deutlich gestiegen
Bereits am Montag waren die Preise weiter gestiegen. Der deutschlandweite Tagesdurchschnittspreis für E10 kletterte nach Berechnung des ADAC um knapp einen Cent auf 2,087 Euro je Liter, den bisher höchsten Stand in diesem Jahr. Diesel kostete 2,295 Euro, 1,2 Cent mehr als am Sonntag.
In der vergangenen Woche hatten die Spritpreise zwischenzeitlich etwas nachgegeben, eine Trendwende war das aber nach derzeitigem Stand nicht. Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar sind die Tagesdurchschnittspreise stark gestiegen. Diesel kostete am Montag knapp 55 Cent mehr als vor dem Angriff der USA und Israels auf den Iran. Super E10 war knapp 31 Cent teurer.
Wann sollten Autofahrer jetzt am besten tanken?
Die Pläne der Bundesregierung legen nahe, dass es sinnvoll wäre, kurz vor der nächsten Preiserhöhung zu tanken. Also zwischen 11 und 12 Uhr. Denn: Preissenkungen sind den ganzen Tag möglich. Zwischen 11 und 12 Uhr wird es also zukünftig mindestens den gleichen Preis geben, der um 12 Uhr am Vortag ausgegeben wurde – wenn nicht sogar günstiger.
Das bestätigte die Vergleichswebsite Clever Tanken gegenüber Bild: „Wer kann, sollte zwischen 11 und 12 Uhr tanken.“
Am Vormittag tanken ist häufig am günstigsten
Der ADAC empfiehlt, vor dem Tanken unbedingt die Preise via Vergleichsseiten zu vergleichen. „Besonders der Vormittag vor dem möglichen Erhöhungszeitpunkt dürfte in vielen Fällen der günstigste Moment zum Tanken sein“, sagte der Automobilclub gegenüber Focus online.




