Erst Strom weg, dann Karriere kaputt. Der Mega-Stromausfall im Südwesten Berlins hat Berlins Regierenden zu Fall gebracht. Nach einem halben Jahr Ausreden und Unwahrheiten zog Kai Wegner (CDU) vor wenigen Tagen die politischen Konsequenzen und trat von seiner Spitzenkandidatur für die Berlin-Wahl zurück. Und die Polizei? Sie jagt noch immer nach den Linksterroristen, die sich zu dem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz bekannten. Doch es ist seltsam ruhig um den Fall geworden.
Anschlag auf Stromnetz: 100.000 Berliner fünf Tage ohne Licht und Wärme
Wir erinnern uns: Anfang Januar waren mehr als 100.000 Menschen in Steglitz-Zehlendorf ohne Strom und Heizung – und das bei klirrenden Minusgraden. Bis zu fünf Tage hatten sie kein Licht, kein warmes Wasser und froren in ihren Wohnungen.
Grund war ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke nahe dem Kraftwerk Lichterfelde. Zu dem Attentat bekannten sich die Linksterroristen der Vulkangruppe.

Mit voller Härte wolle man die Attentäter verfolgen und zur Rechenschaft ziehen, die für den größten Blackout der Berliner Nachkriegsgeschichte verantwortlich waren.
Die Generalbundesanwaltschaft schob im Januar eine Öffentlichkeitsfahndung an und lobte vier Wochen lang eine Million Euro für Hinweise aus, die zur Ergreifung der Täter führen. Zu der Jagd auf die Attentäter wurden BKA-Ermittler eingesetzt.
Seitdem ist nun mehr als ein halbes Jahr ins Land gegangen. Die großen Fahndungsplakate an den Straßenkreuzungen und in den Bahnhöfen sind längst aus dem Stadtbild verschwunden. Auf Erfolgsmeldungen seitens der BKA-Ermittler wartet man bisher vergeblich.
Wie ist nun der Stand der Dinge? Der KURIER fragte beim Bundeskriminalamt in Wiesbaden nach. Wir wollen ganz konkret wissen: Wie viele Hinweise sind bis heute beim BKA eingegangen? Wie viele Hinweise sind davon verwertbar? Gibt es eine heiße Spur? Wenn ja, in welche Richtung?
Können Attentäter gefasst werden? Das sagt das BKA
Natürlich wollen wir auch wissen, wie die Ermittler arbeiten. Was wird seitens des BKA unternommen, um die Attentäter zu ergreifen? Und: Konnte aufgrund der Hinweise die Belohnung von einer Million Euro ausgezahlt werden?
Doch die Fragen zu Ermittlungen und Erkenntnissen lässt das BKA abprallen. Eine Sprecherin erklärt dem KURIER nur ganz allgemein: „Der vier Wochen begrenzte Zeugenaufruf mit einer Auslobung in Höhe von einer Million Euro endete am 24.02.2026. Dem Bundeskriminalamt wurden bis zum Ablauf der Frist eine mittlere dreistellige Zahl an Hinweisen zugeleitet, welche entsprechend auch über den Auslobungszeitraum hinaus weiterhin bearbeitet und intensiv überprüft werden. Ich bitte um Verständnis, dass aufgrund des laufenden Ermittlungsverfahrens keine weitergehende Auskunft erteilt werden kann.“
Mit anderen Worten: Es gibt keine heiße Spur. Die Ermittler tappen tatsächlich im Dunkeln. Darauf weist schon hin, dass das BKA noch nicht einmal die genaue Zahl der Hinweise verraten will, die bis heute bei den Ermittlern eingegangen sind. Erfolgsmeldungen würden sich ganz anders lesen.
Fakt ist: Die Ermittler sind weiterhin auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Auf der Fahndungsseite des BKA-Portals im Internet wird weiterhin nach einer oder mehreren „unbekannten Personen gesucht“, die am 3. Januar 2026 ein Stromkabel durch einen Brandanschlag am Heizkraftwerk Lichterfelde massiv beschädigten. Allerdings wird keine Millionensumme mehr ausgelobt.




