Wenn in Berlin mal wieder der Strom ausfällt, Hunderte Haushalte betroffen sind, steht immer wieder die Frage im Raum: War das wieder ein Anschlag? Die Frage ist berechtigt, wie neue Zahlen zeigen.
Linksextreme zielen auf Infrastruktur
In Berlin sind seit dem Jahr 2000 mindestens 22 Brandanschläge von Linksextremisten auf kritische Infrastruktur wie Stromleitungen verübt worden. Das geht aus einer Auflistung von Polizei und Senatsinnenverwaltung in einer Antwort auf eine AfD-Anfrage hervor.
Vor allem Stromkabel, Trafostationen, Kabelschächte und Funkmasten waren Ziel der Brandanschläge.
Die genauen Daten und Orte sind in der Liste nicht enthalten, sie endet mit dem Anschlag auf die Hochspannungskabel Anfang Januar im Südwesten Berlins mit einem tagelangen großen Stromausfall.
Beim jüngsten Stromausfall im Südwesten gab es hingegen bisher keine Hinweise auf Sabotage.
Anschläge in Brandenburg haben auch Wirkung in Berlin
Weitere Anschläge gab es in dem Zeitraum auch in Brandenburg mit Bezug zu möglichen Tätern oder Objekten aus Berlin. Sicherheitspolitisch werde „von einem gemeinsamen Gefahrenraum für Berlin und Brandenburg ausgegangen“, hieß es.
Im März 2024 führte etwa ein mutmaßlicher Brandanschlag der linksextremen „Vulkangruppe“ auf einen Strommast nahe der Tesla-Gigafactory in Grünheide zu einem tagelangen Produktionsstopp und immensen Schäden.

Auf der linksextremistischen Internetplattform „Switch Off“ werden inzwischen über 50 Aktionen, Angriffe und Anschläge mit Bezug auf Berlin aufgelistet, teilt die Senatsinnenverwaltung mit.
„Switch Off“ wird als anarchistisch geprägt, linksextremistisch beschrieben und ist seit 2023 bundesweit aktiv. Zu den Sabotageakten der Gruppe zählen Sachbeschädigungen oder Brandstiftungen, bei denen sich die Schäden mittlerweile auf mehrere Millionen Euro belaufen.
Die Extremisten sehen sich auch als Teil der Klimabewegung und fordern einen „tatsächlichen revolutionären Bruch“ mit dem Kapitalismus und dem aktuell vorherrschenden politischen System.
Die Initiative will mit Themen wie Umwelt, Technologien, Faschismus oder Israel möglichst viele Aktivisten ansprechen.


