Es gibt Schandflecke in Berlin, die sofort ersichtlich sind. Und es gibt Orte, an denen man das Drama erst auf den zweiten Blick erkennt. So wie in der Gürtelstraße 39–41 in Friedrichshain.
Hinter dem Hotel türmt sich der Müll
Aus dem Gelände, auf dem sich früher das Hotel und Hostel Georghof befanden, ist eine Müllkippe geworden. Im Prinzip kann jeder durch die Einfahrt gehen und seinen Abfall auf dem Hinterhof, direkt an den Bahngleisen, abladen – und davon wird offensichtlich auch Gebrauch gemacht. Einkaufswagen stehen herum, Müllberge türmen sich, es riecht nach Urin. Kurzum: Hotel und Hostel verfallen, der Zustand der gesamten Fläche ist katastrophal.
Das weiß auch der Bezirk, der auf Anfrage erklärt: „Das Bezirksamt bedauert den Zustand des Grundstücks ebenfalls. Da sich der ehemalige Hotelkomplex jedoch im Privatbesitz befindet, kann die Bau- und Wohnungsaufsicht nur eingeschränkt eingreifen, beispielsweise im Bereich der Gefahrenabwehr.“

Weiter heißt es: „Eine Gefahr ist derzeit nach Kenntnis des Bezirksamts nicht gegeben. Die Beseitigung des Abfalls in der Baulücke zwischen den Gebäudeteilen obliegt den Eigentümern.“
Und hier beginnt das Problem. Wie der Tagesspiegel bereits berichtete, steht das Hotel leer, weil es nach jahrelangen familiären Streitigkeiten und Gerichtsprozessen zwischen den Miteigentümern im Jahr 2022 geräumt wurde und sich anschließend in einem sanierungsbedürftigen Zustand befand.

Auf dem Portal Tripadvisor stammt die letzte Hotelbewertung aus dem Jahr 2017. Im Anschluss wurde das Haus unter anderem als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Seit rund fünf Jahren tut sich dort nichts mehr. Die Fenster von Hotel und Hostel sind teilweise dichtgemacht – hier wird so schnell kein Gast mehr haltmachen.
CDU fordert mehr Druck auf den Eigentümer
Die Opposition in Friedrichshain fordert nun Konsequenzen. Marita Fabeck von der CDU sagt: „Es kann nicht sein, dass mitten in Friedrichshain Grundstücke zur Müllhalde werden und niemand eingreift. Wenn jeder ungehindert seinen Müll abladen kann, braucht es endlich Druck auf den Eigentümer, klare Auflagen und konsequente Kontrollen. Alles andere ist Wegsehen – auf Kosten der Anwohner.“



