Berlin und sein Müllproblem. Der KURIER berichtete kürzlich über den Abfall-Hotspot Gustav-Meyer-Allee in Mitte. Gerade hier, im Alt-Bezirk Wedding, kämpfen die Behörden stark gegen illegal entsorgten Müll. Nach Angaben der BSR sind in Berlin vor allem drei Bezirke stark betroffen: Friedrichshain-Kreuzberg, Neukölln und Mitte.
BSR gibt über 10 Millionen Euro für illegalen Müll aus
Die BSR hat 2024 in Berlin rund 54.000 Kubikmeter illegaler Ablagerungen beseitigt. Kosten: über 10 Millionen Euro, getragen vom Land Berlin. Zum Vergleich: 2020 waren es noch fünf Millionen Euro. Die Summe hat sich also verdoppelt. Was auch daran liegt, dass die BSR seit dem 1. Mai 2023 allein für die Räumung illegaler Müllablagerungen zuständig ist.
Was die Bezirke dagegen machen? In Mitte wird die Anzahl der Mitarbeiter der „SoKo Müll“ in diesem Jahr von zwei auf vier verdoppelt. In Friedrichshain-Kreuzberg sind sogenannte Waste Watcher im Einsatz. Auffällig: Die Zahl der Feststellungen bei Kontrollen hat sich 2025 gegenüber 2023 verdoppelt (1149 zu 549). Damit liegt der Bezirk berlinweit auf Platz zwei (Reinickendorf führt die Statistik an). Der flächenmäßig kleinste Bezirk der Stadt verzeichnete damit für das vergangene Jahr 231 von den in Berlin insgesamt 586 Bar-Verwarnungen.

Auch in Neukölln ist ein Trend zu mehr Müll erkennbar. Die „SoKo Müll“ besteht auch hier aus zwei Mitarbeitern des Allgemeinen Ordnungsdienstes, wobei der Bezirk darauf hinweist, dass alle Mitarbeiter im täglichen Streifendienst mit der Aufgabe beauftragt sind, illegale Vermüllungen aufzunehmen und Müllsünder zu ermitteln. Insgesamt gingen im vergangenen Jahr über die Bezirksdatenbank 23.756 Meldungen über illegalen Abfall ein. Allein 16.139 Meldungen betrafen Sperrmüllfunde wie Matratzen und Bauschutt. In einem Fall wurde ein Bußgeld im fünfstelligen Bereich verhängt.

Die Neuköllner „SoKo Müll“ konnte 2025 immerhin 31 Müllsünder auf frischer Tat ertappen, 40 wurden anhand hinterlassener Spuren ermittelt.
Ein Trend ist in Berlin klar erkennbar: Laut BSR nimmt der Anteil rechtswidrig entsorgter Gewerbeabfälle zu, etwa Sperrmüll von Entrümpelungsfirmen oder Lebensmittelabfälle aus Handel und Gastronomie. Die Täter sparen die Entsorgungskosten, zahlen muss am Ende der normale Berliner.




