Kein Strom, keine Heizung: Als wären die Zehntausenden Menschen im Südwesten Berlins nicht schon genug wegen des Blackouts belastet, dröhnt es jetzt auch noch über ihren Köpfen. In der Nacht zum Dienstag nervten Hubschrauberflüge die Bewohner im Stromausfall-Gebiet zwischen den Ortsteilen Steglitz und Wannsee. Aber die Nerverei hatte auch einen triftigen Grund, wie der KURIER erfuhr.
Mit Einbruch der Dunkelheit war ein Polizeihubschrauber im Einsatz. „Das geschieht, um in den vom Stromausfall betroffenen Gebieten für die Sicherheit der Menschen zu sorgen und um dort deutlich Präsenz zu zeigen“, sagt ein Polizei-Sprecher dem KURIER.
Mit anderen Worten kann man es so verstehen. Die Polizei macht aus der Luft Jagd auf Einbrecher und Diebe. Denn während Zehntausende Menschen seit vier Tagen mit den Folgen des Stromausfalles zu kämpfen haben, machen sich andere Mitmenschen diesen Umstand für ihre eigenen Interessen zunutze.
Polizei: Mehr Einbruchsfälle wegen Stromausfall
Da mehrere Menschen aus ihrem dunklen und kalten Zuhause zu Angehörigen oder Freunden geflohen sind, stehen viele Wohnungen und Häuser leer. Besonders schutzlos, wenn die Dunkelheit einbricht. Denn durch den Stromausfall gibt es in vielen Wohngebieten auch keine Straßenbeleuchtung. Das ist ein wahres Paradies für Einbrecher und Diebe.

Zwischen dem 3. und 5. Januar gab es in den Stromausfall-Gebieten insgesamt 19 Einbrüche beziehungsweise Versuche, teilt die Berliner Polizei exklusiv dem KURIER mit. Das sind 16 Fälle mehr als 2024 und drei Fälle mehr als 2025.
„In den ausgewerteten Zeiträumen ist eine Steigerung der erfassten Vorgänge in den betroffenen Bereichen im Deliktsfeld Geschäfts- und Betriebseinbruch festzustellen“, sagt ein Polizei-Sprecher. Vier Versuche gab es, im Vorjahr keinen einzigen. So wollten Diebe einen Aldi an der Potsdamer Chaussee ausrauben.
Dazu kommen zwei Versuche, einen Geldautomaten auszurauben. In einem Fall (in Nikolassee) konnte die Polizei vier Männer (zwischen 27 und 34 Jahre alt) festnehmen.
Stromausfall: Dunkle Gebiete sind ein Einbrecher-Paradies
Drei Villeneinbrüche gab es. Dreimal versuchten Täter, in Häuser einzusteigen. Bei Wohnungseinbrüchen gab es vier Versuche und drei vollendete Taten. „Die Anzahl der Villen- und Wohnungseinbrüche bewegt sich auf einem ähnlichen Niveau wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres“, sagt der Polizei-Sprecher.

Mit Streifefahren schreckt die Polizei kaum die Gauner ab. Aber aus der Luft können die Polizisten mehr für die Sicherheit der Menschen tun, die durch den Stromausfall schon ausreichend Sorgen haben. Denn viele Betroffene bleiben lieber in ihrem kalten Zuhause, weil sie Angst haben, dass Einbrecher ihre Wohnungen plündern, wenn keiner daheim ist.
Deswegen fliegen nun Polizei-Hubschrauber über die dunklen Siedlungen, können in kurzer Zeit mehrere Gebiete abchecken und im Notfall eingreifen.
So können Berliner ihr Zuhause schützen
Wie die Berliner in den Stormausfall-Gebieten ihr Zuhause schützen können? Die wichtigsten Tipps der Polizei Berlin zum Einbruchschutz:
1. Türen sichern und verschließen.
2. Fenster und Balkontüren schließen. Rollläden, sofern möglich, herunterlassen.
3. Anwesenheit simulieren: Batterieradio einschalten. Akkulampe leuchten lassen.
4. Sicherheitsvorkehrungen treffen: Beispielsweise können sowohl batteriebetriebene als auch akkubetriebene Alarmanlagen genutzt werden.



