Berlin droht der nächste Verkehrskollaps – und diesmal trifft es ausgerechnet zwei der wichtigsten Tramlinien im Norden der Stadt. Die Tramlinien M1 und 12 werden wegen Bauarbeiten im neuen Jahr stillgelegt. Statt Bahnfahren zwischen Pankow, Weißensee und Mitte heißt es dann: Schaukelfahrt im Ersatzbus. Das bestätigte die BVG auf Anfrage des Tagesspiegels.
Zehntausende Fahrgäste betroffen – und die Anwohner gleich mit
Wer täglich zwischen Pankow, Weißensee und der Innenstadt unterwegs ist, sollte sich im zweiten Halbjahr 2026 warm anziehen. Die BVG kündigt eine Vollsperrung an, die es in sich hat. Betroffen sind mehr als 25.000 Fahrgäste pro Tag allein auf der M1 – und dazu jede Menge genervte Anwohner.
„Im zweiten Halbjahr 2026 plant die BVG Gleisbauarbeiten in der Kastanienallee“, so eine Sprecherin des Unternehmens gegenüber dem Tagesspiegel. Genau dort, an der Grenze zwischen Mitte und Prenzlauer Berg, rollen normalerweise die M1 und die 12 im Dauertakt.
Fahrradstraße? Erst mal gestrichen!
Wie lange die Sperrung dauern wird? Das wird noch bekannt gegeben: Die BVG bleibt vage: „Aktuell befinden wir uns noch mitten in der Planungsphase“, heißt es. Sicher ist nur: Es wird Ersatzbusse geben. Und die sollen – nach jetzigem Stand – durch die Schwedter Straße brettern.
Genau dort wollte der Bezirk aber eigentlich eine neue Fahrradstraße einrichten. Doch daraus wird erst einmal nichts. Laut Bezirksamt Pankow verschiebt sich das Projekt auf 2027. Bedeutet: Die Anwohner bekommen statt Fahrradidylle nun einen ordentlichen Bus‑Stau vor der Haustür, während in der Kastanienallee die Bagger an den Tram-Schienen lärmen.
Und es kommt noch schlimmer: M1 jahrelang lahmgelegt
Wer glaubt, nach den Bauarbeiten sei endlich alles wieder gut, irrt gewaltig. Die M1 wird auch danach jahrelang nicht regulär fahren. Grund: Der Neubau der Schönhauser‑Allee‑Brücke.
Der Abriss der alten Brücke soll laut aktuellem Stand Ende 2026 starten, der Neubau soll 2032 fertig sein. Während dieser gesamten Zeit wird die M1 am S‑Bahnhof Schönhauser Allee unterbrochen – natürlich wieder mit Ersatzverkehr.


