20 Zentimeter mehr

Der Winter will es ab Donnerstag wieder so richtig krachen lassen

Eiseskälte, Schneesturm und Tauwetter-Chaos – Berlin steht vor extremen Wettertagen.

Author - Tobias Esters
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Dichtes Schneetreiben in Berlin und Brandenburg wird erwartet
Dichtes Schneetreiben in Berlin und Brandenburg wird erwartetPatrick Pleul

Eisige Kälte hat Berlin und Brandenburg fest im Griff. In der vergangenen Nacht sind die Temperaturen drastisch eingebrochen: Im Spreewald wurden bis zu minus 13 Grad, in Berlin minus 8 Grad gemessen. Verantwortlich dafür waren ein klarer Himmel und nahezu vollständige Windstille. Die Luft kam zur Ruhe – der Frost konnte ungehindert zuschlagen und sich über Stunden hinweg verstärken. Und jetzt rollt auf die Hauptstadt eine massive Schneewalze zu.

Warum es gerade so extrem kalt ist

Der Meteorologe Karsten Brandt vom Wetterdienst Donnerwetter spricht im Gespräch mit dem Berliner KURIER von einer extrem gefährlichen Situation. Der Frost liege wie eine Glocke über der Region und dringe tief in Böden, Straßen und Gebäude ein. „Deshalb ist es aktuell so extrem kalt“, erklärt Brandt. Vom Westen her zieht am Dienstag leichter Schnee auf, der tagsüber für minimal mildere Temperaturen sorgt. Doch Entwarnung gibt es nicht: In der Nacht auf Mittwoch folgt bereits die nächste harte Frostnacht.

Die Kälte schockt Berlin – und bringt den Alltag durcheinander. Nach dem Stromausfall im Berliner Südwesten sollten die S-Bahn-Linien S1 und S7 am Dienstag eigentlich wieder regulär fahren. Doch eine Weichenstörung in Wannsee macht einen Strich durch die Rechnung. Die S7 fährt derzeit nur im 20-Minuten-Takt, die S1 verkehrt lediglich zwischen Oranienburg und Wannsee sowie Frohnau und Zehlendorf.

Die Bauarbeiten nach dem Brand der Kabelbrücke werden durch die eisigen Temperaturen erheblich erschwert.
Die Bauarbeiten nach dem Brand der Kabelbrücke werden durch die eisigen Temperaturen erheblich erschwert.Michael Ukas

Das Chaos könnte noch größer werden. Ab Donnerstagabend spitzt sich die Wetterlage weiter zu. Sturm und starker Schneefall werden erwartet, bis Freitagmorgen können bis zu 20 Zentimeter Neuschnee fallen. Berlin und Brandenburg drohen unter einer massiven Schneedecke zu versinken. Besonders der Berufsverkehr am Freitagmorgen könnte zum Albtraum werden. Brandts eindringlicher Rat: „Planen Sie jetzt schon deutlich mehr Zeit für den Weg zur Arbeit ein.“

Erst Matsch, dann wieder Eis

Am Freitag und Samstag steigen die Temperaturen zwar leicht über den Gefrierpunkt, der Schnee beginnt zu tauen. Doch die Entwarnung trügt. „Es geht hin und her“, so Brandt. Schon ab Sonntag droht die nächste Eiszeit in der Hauptstadt und Temperaturen von bis zu minus 13 Grad in der Nacht.

Die extreme Kälte erschwert die Reparaturarbeiten nach dem Stromausfall im Südwesten Berlins zusätzlich. Der Blick richtet sich weiter auf das Umspannwerk an der Argentinischen Allee. Dort kämpfen seit Sonntagmorgen Spezialisten unter extremen Bedingungen gegen die Zeit. In einer offenen Baugrube, bei gefrorenem Boden und eisigen Temperaturen sind die Arbeiten enorm kompliziert.