Zwei Brandanschläge auf Strommasten innerhalb von vier Monaten sorgten in der Hauptstadt für die längsten Stromausfälle der letzten Jahrzehnte. Sowohl Tausende Kunden als auch die Stadt wurden vor harte Bewährungsproben gestellt. Jetzt rüstet der Betreiber Stromnetz Berlin auf.
Ausbau und Schutz
Resilienz erhöhen und die Kapazität des Berliner Stromnetzes in den kommenden Jahren verdoppeln, das sind die vorherrschenden Themen der Stromnetz Berlin GmbH im laufenden Jahr, hieß es auf der Jahrespressekonferenz des Stromnetzbetreibers.
Aus den Stromausfällen nach Brandaschlägen, aber auch angesichts von Entwicklungen im geopolitischen Raum, gelte es zu lernen und die richtigen Lehren zu ziehen, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende von Stromnetz Berlin Dr. Severin Fischer.
„Die weitere Stärkung der Resilienz unserer Infrastruktur ist ein gemeinsames Anliegen des Senats und der Landesunternehmen. Das gilt insbesondere für die Betreiber kritischer Infrastruktur wie Stromnetz Berlin“, sagte er.
Ganze Stadt muss Widerstandskraft üben
Zugleich will Fischer die gesamte Stadtgesellschaft weiter für das Thema Resilienz sensibilisieren. Berlin hat zwar bereits eine Reihe zentraler Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz seiner Stromversorgung auf hohem Niveau umgesetzt. „Gleichwohl besteht die Notwendigkeit, diese Arbeit konsequent fortzusetzen und beispielsweise neben der Stärkung der Krisenkoordination auch die Resilienz bei Unternehmen und Verbraucherinnen und Verbrauchern durch eigene Maßnahmen zu erhöhen.“
Kampagnen sollen den Blick für einen bewussteren Umgang mit der eigenen Stromversorgung, für präventive Maßnahmen oder das Handeln in besonderen, krisenhaften Situationen schärfen.
Diese Maßnahmen sollen das Stromnetz schützen
Stromnetz Berlin-Geschäftsführer Dr. Erik Landeck informierte auf der Pressekonferenz auch darüber, welche zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen das Unternehmen in den zurückliegenden Monaten getroffen hat, um das Berliner Stromnetz noch stärker gegen äußere Einflüsse zu schützen.

Es wurden mehr als 200 Kameras installiert. Für die Bewachung oder Bestreifung wichtiger Stromnetz-Anlagen sind aktuell 130 Wachschutzkräfte im Einsatz. Weiter wurden etwa 20 Kilometer stärkere Zaunanlagen beschafft.
Landeck betont, es würden im laufenden Jahr weitere Maßnahmen unter dem Aspekt Resilienz und Sicherheit umgesetzt und dafür insgesamt ein zweistelliger Millionen-Betrag aufgewendet.


