Seit Monaten vergeht in Berlin kaum eine Nacht ohne Schießereien. Kein anderes Kriminalitätsdelikt ist in den vergangenen Monaten so stark angestiegen wie in der Hauptstadt. Deswegen versucht die Polizei nun, durchzugreifen.
SEK und Sondereinheit Ferrum sind im Einsatz
Mittwochmorgen gegen 6 Uhr gingen Einsatzkräfte des SEK und der Sondereinheit „Ferrum“ mit einer umfangreichen Razzia gegen organisierte Kriminalität und die Verbreitung von Schusswaffen vor.
Mehrere hundert Polizisten waren vor allem in Kreuzberg und Neukölln im Einsatz und durchsuchten 20 Objekte. Sie machten diese Aktion zu einer der größten der vergangenen Monate in Berlin überhaupt. Neun Verdächtige wurden festgenommen.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) lobt den Einsatz: „Die Polizei Berlin beweist, dass man alles Menschenmögliche unternimmt, um die aktuelle Welle an Schusswaffenauseinandersetzungen auf unseren Straßen einzudämmen und entschieden gegen kriminelle Strukturen vorzugehen“, so Landeschef Stephan Weh.
„Die erwirkten Durchsuchungsbeschlüsse sind umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass im gesetzlichen und haushalterischen Rahmen effektive technische Lösungen wie Quellen-TKÜ (Quellen-Telekommunikationsüberwachung, Anm. d. Red.), IP-Mindestspeicherfristen und moderne Auswertesoftware weiterhin nur rudimentär ermöglicht werden.“
Straftaten mit Schusswaffen steigen in Berlin
Die Berliner Polizei hat allein für 2025 deutlich mehr Straftaten registriert, bei denen mit Schusswaffen gedroht oder geschossen wurde. Insgesamt erfasste die Polizei 1.119 Fälle – das entspricht einem Plus von 68 Prozent. Etwas mehr als die Hälfte davon waren Drohungen, in 515 Fällen wurde tatsächlich geschossen (2024: 363 Fälle).




