Einsatz am Morgen

Neun Festnahmen! Hunderte Polizisten jagen Waffen-Banden bei Großrazzia in Berlin

Nach eskalierenden Schüssen in der Hauptstadt startet die Polizei eine der größten Razzien der letzten Monate – das steckt dahinter.

Author - Sebastian Karkos
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Mehrere Hundertschaften sind in Neukölln und Kreuzberg im Einsatz.
Mehrere Hundertschaften sind in Neukölln und Kreuzberg im Einsatz.Jens Kalaene/DPA

Seit Monaten vergeht in Berlin kaum eine Nacht ohne Schießereien. Kein anderes Kriminalitätsdelikt ist in den vergangenen Monaten so stark angestiegen wie in der Hauptstadt. Deswegen versucht die Polizei nun, durchzugreifen.

SEK und Sondereinheit Ferrum sind im Einsatz

Mittwochmorgen gegen 6 Uhr gingen Einsatzkräfte des SEK und der Sondereinheit „Ferrum“ mit einer umfangreichen Razzia gegen organisierte Kriminalität und die Verbreitung von Schusswaffen vor.

Mehrere hundert Polizisten waren vor allem in Kreuzberg und Neukölln im Einsatz und durchsuchten 20 Objekte. Sie machten diese Aktion zu einer der größten der vergangenen Monate in Berlin überhaupt. Neun Verdächtige wurden festgenommen.

In der Neuköllner Hermannstraße wurden Anfang Mai zwei Männer durch Schüsse in die Beine schwer verletzt. Die Polizei suchte mit einem Großaufgebot den Bereich ab.
In der Neuköllner Hermannstraße wurden Anfang Mai zwei Männer durch Schüsse in die Beine schwer verletzt. Die Polizei suchte mit einem Großaufgebot den Bereich ab.Axel Billig / Pressefoto Wagner

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) lobt den Einsatz: „Die Polizei Berlin beweist, dass man alles Menschenmögliche unternimmt, um die aktuelle Welle an Schusswaffenauseinandersetzungen auf unseren Straßen einzudämmen und entschieden gegen kriminelle Strukturen vorzugehen“, so Landeschef Stephan Weh.

„Die erwirkten Durchsuchungsbeschlüsse sind umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass im gesetzlichen und haushalterischen Rahmen effektive technische Lösungen wie Quellen-TKÜ (Quellen-Telekommunikationsüberwachung, Anm. d. Red.), IP-Mindestspeicherfristen und moderne Auswertesoftware weiterhin nur rudimentär ermöglicht werden.“

Straftaten mit Schusswaffen steigen in Berlin

Die Berliner Polizei hat allein für 2025 deutlich mehr Straftaten registriert, bei denen mit Schusswaffen gedroht oder geschossen wurde. Insgesamt erfasste die Polizei 1.119 Fälle – das entspricht einem Plus von 68 Prozent. Etwas mehr als die Hälfte davon waren Drohungen, in 515 Fällen wurde tatsächlich geschossen (2024: 363 Fälle).

„Der deutliche Anstieg bei der Schusswaffenkriminalität ist für mich ein klares Warnsignal. Für illegalen Waffenbesitz und bewaffnete Auseinandersetzungen gilt in Berlin: Null Toleranz“, so Innensenatorin Iris Spranger (64, SPD) im März.

Die Großrazzia der Polizei zeigt zumindest eins: Der Druck wird erhöht in der Hauptstadt.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Was halten Sie von der Razzia der Polizei? Bitte schreiben Sie uns:leser-bk@berlinerverlag.com