Neue Zahlen

Rückgang bei Kriminalität in Deutschland, Anstieg bei schweren Delikten

Sinkende Gesamtkriminalität, aber steigende Zahlen bei Sexualdelikten: Die neue Polizeiliche Kriminalstatistik wurde am Montag vorgestellt.

Author - Sebastian Karkos
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Die Polizei hat in Berlin immer noch viel zu tun.
Die Polizei hat in Berlin immer noch viel zu tun.Jens Kalaene/DPA

Das Sicherheitsgefühl in Deutschland und Berlin sinkt scheinbar, gleichzeitig geht die Zahl der Straftaten zurück. Das geht aus der neuen Polizeilichen Kriminalstatistik hervor.

Zahlen bei Raub und Diebstählen gehen zurück

Bundesweit wurden im Jahr 2025 insgesamt 5.508.559 Straftaten registriert – 5,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Auch bei der Gewaltkriminalität gab es insgesamt einen Rückgang um 2,3 Prozent. Zurückgegangen ist unter anderem die Zahl der Straftaten bei Raub und räuberischer Erpressung sowie bei Diebstählen.

Bei einigen Delikten steigen die Zahlen jedoch. So etwa bei den gemeldeten Vergewaltigungen: Die Statistik weist für 2025 insgesamt 14.454 Fälle aus – ein Anstieg von 8,5 Prozent.

Neben Vergewaltigung umfasst diese Zahl auch die Delikte sexuelle Nötigung und sexueller Übergriff im besonders schweren Fall beziehungsweise mit Todesfolge. Die Zahl aller gemeldeten Sexualdelikte sei mit mehr als 131.000 Fällen um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. BKA-Chef Holger Münch (64) führt diesen Anstieg auf die gestiegene Anzeigebereitschaft zurück.

Alexander Dobrindt stellt in Berlin die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 vor.
Alexander Dobrindt stellt in Berlin die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 vor.Jürgen Heinrich/IMAGO

Was zudem Sorgen macht: Bei der Verbreitung, dem Erwerb, dem Besitz und der Herstellung jugendpornografischer Inhalte wurde ein Plus von 19,9 Prozent verzeichnet. Bei Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen lag der Anstieg bei 8,4 Prozent. Zuwächse gab es außerdem bei Computer- und Leistungsbetrug, bei Wohnungseinbrüchen sowie in besonders starkem Maße beim Missbrauch von sogenannten neuen psychoaktiven Substanzen mit einem Plus von 25,5 Prozent.

Unterschiedliche Einschätzungen gibt es bei Straftaten durch Ausländer, deren Anteil laut Statistik bei 38,5 Prozent liegt. Innenminister Alexander Dobrindt (55, CSU) nannte in diesem Zusammenhang konkret Menschen aus Syrien und Afghanistan und drängt daher auf mehr Abschiebungen.

Türkische Gemeinde kritisiert Alexander Dobrindt

Die Türkische Gemeinde in Deutschland wirft Dobrindt nun vor, die neuen Zahlen zur Stimmungsmache gegen Migranten zu nutzen. „Es ist bekannt, dass Kriminalität primär soziale Ursachen hat“, sagte der Bundesvorsitzende Mehtap Caglar. „Die Veröffentlichung des polizeilichen Tätigkeitsberichts wird immer dazu genutzt, Stimmung gegen Menschen mit Migrationsgeschichte zu machen.“
 
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