Wetter dreht auf blau

Der Februar wird mit neuer Kältewelle ganz anders als gedacht

Schluss mit dem Beinahe-Frühling: Ab kommender Woche soll die Kälte zurückkehren – und uns über Wochen beschäftigen.

Author - Florian Thalmann
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Muss der Winterdienst in diesem Jahr noch einmal durch Berlin fahren? Im Moment sieht es nicht danach aus: Es wird zwar kalt, doch der Niederschlag fehlt - und damit auch der Schnee.
Muss der Winterdienst in diesem Jahr noch einmal durch Berlin fahren? Im Moment sieht es nicht danach aus: Es wird zwar kalt, doch der Niederschlag fehlt - und damit auch der Schnee.Thomas Trutschel/photothek/imago

Seit Tagen überschlagen sich die Vorhersagen – denn nach milden Temperaturen soll bald wieder die Kälte zu uns kommen. Nach und nach könnten die Werte in den kommenden Tagen fallen, weil ein Kältehoch über Osteuropa liegt, nach und nach kalte Luftmassen zu uns schiebt. Aber: Wann genau kommt die Kältewelle nach Deutschland und wie hart erwischt sie uns? Die aktuellen Vorhersagen.

Wettervorhersagen für Februar sind komplett gekippt

Für alle, die sich schon auf den Frühling gefreut hatten, könnten die kommenden Wochen durchaus bitter werden. Der Grund: Wenn es nach den aktuellen Prognosen geht, könnte es nicht nur eine kleine Kältewelle geben, die uns zum Monatsende besucht. „Auch die längerfristigen Wetterkarten, zum Beispiel beim Europäischen Wettermodell bis Ende Februar, sind komplett gekippt“, sagt Meteorologe Dominik Jung von wetter.net in seinem Prognose-Video auf Youtube. „Da gibt es eine faustdicke Überraschung.

Der Wetter-Experte warnt vor einem Kältepolster, das über Osteuropa liegt – und das sich in den kommenden Wochen zu uns schieben soll. „Das Kaltluftreservoir ist enorm.“ Durch ein Hochdruckgebiet gesteuert rutsche es ganz langsam nach Mitteleuropa. Und damit auch nach Deutschland! Das heißt: Dick und warm anziehen – aber wann, wo und für wie lange? Das ist im Moment natürlich noch weitgehend unklar.

Die dicke Winterjacke sollte noch draußen bleiben: Ende Januar kann es noch einmal richtig kalt werden.
Die dicke Winterjacke sollte noch draußen bleiben: Ende Januar kann es noch einmal richtig kalt werden.Thomas Trutschel/photothek/imago

Fakt ist: Die Ausläufer des Kältehochs sollen uns laut Dominik Jung Mitte, vielleicht auch Ende nächster Woche erreichen – und Dauerfrost mit sich bringen. „Vor allem zur zweiten Wochenhälfte kühlt es sich merklich ab.“ Das zeigen auch die Abweichungen vom Klimamittel: Ganz Europa ist auf den Wetterkarten Ende Januar blau gefärbt. Das bedeutet: Die kommenden Wochen könnten deutlich kälter werden als normal – das Kältehoch aus dem Osten hat uns dann vermutlich im Griff.

Kältewelle könnte über mehrere Wochen bleiben

Und das nicht nur für ein paar Tage: Bis Mitte Februar soll es kalt bleiben – „deutlich kälter als normalerweise zu dieser Jahreszeit zu erwarten wäre“, sagt Jung. Die Prognose ist laut dem Meteorologen ein „echter Umfaller“. Denn bis vor Tagen waren die Karten noch rot gefärbt, es sollte wärmer werden als normal. Statt Vorfrühling gibt es dann also nochmal einen Winter, der in die Verlängerung geht.

Ob die Berliner noch einmal den Schlitten aus dem Keller holen können? Es sieht eher nicht danach aus.
Ob die Berliner noch einmal den Schlitten aus dem Keller holen können? Es sieht eher nicht danach aus.Ben Kriemann/imago

Einziges Manko: Winter-Fans werden auf neuen Schnee vergeblich hoffen. Denn auch da sind sich die Prognosen einig – viel Niederschlag wird es erst einmal nicht geben. Ganz Ost- und Mitteleuropa sollen trocken bleiben. „Viel Schneefall ist nicht zu erwarten“, sagt Jung Auch im Februar wird es nicht wirklich feucht, sondern laut dem Wetterexperten eher zu trocken. Mitte Februar könnte dann zumindest der Süden Deutschlands noch etwas Schnee abbekommen.