Krimi-Fans kommen am Sonntag wieder auf ihre Kosten: Im TV läuft der neue „Tatort“! Dieses Mal sind die Ermittler aus Stuttgart an der Reihe, der Film „Ex-It“ beleuchtet die dramatische Geschichte des It-Girls Pony Hübner. Schon zu Beginn gibt es eine der spektakuläreren „Tatort“-Szenen: Die Ermittler fischen das Auto der Hauptfigur aus dem Neckar. Eine Doku zeigt, wie die krassen Szenen entstanden.
Neuer „Tatort“ dreht sich um gescheitertes It-Girl
Die Story des neuen „Tatort“ aus Stuttgart dreht sich um It-Girl Pony Hübner (gespielt von Kim Riedle) – einst zu Hause im Blitzlichtgewitter, dann kam der Absturz. Ihr Mann Stefan (Hans Löw), einst König der Klatschpresse, machte sie groß – und ließ sie fallen, als der Ruhm nachließ. Heute kann sie vom Rampenlicht nur noch träumen.
Dann die dramatischen Szenen: Pony Hübner taumelt völlig durchnässt in eine Stuttgarter Polizeiwache. Ihr Auto sei gestohlen worden – mit ihren beiden Kindern auf dem Rücksitz. Stunden später zieht die Feuerwehr das Fahrzeugwrack aus dem Neckar: Die kleine Penelope auf dem Rücksitz ist tot, ihr Bruder Hugo verschwunden. Ein Auto aus dem Neckar – dafür braucht man bestimmt eine Menge Tricks, oder?

Eine Doku der „Landesschau“ zeigt, wie die Szenen entstanden: Tatsächlich wurde ein Abschnitt des Neckar gesperrt, um den „Tatort“-Dreh realisieren zu können. „Dass wir ein Auto aus dem Neckar rausholen, ist schonmal was Besonderes“, sagt Oberbeleuchter Christoph Pusch in der kurzen Dokumentation. „Das haben wir nicht alle Tage.“ Für den besonderen Nachtdreh wurde der Tatort ausgeleuchtet, dann das Auto mit einem Kran im Fluss versenkt und wieder hervorgeholt.
Das Auto bekam für den „Tatort“ eine Sonderbehandlung
Der Wagen bekam für die Szenen eine Sonderbehandlung. „Ich habe mehrere Sachen ausgebaut, Stecker mit Fett eingeschmiert, damit nicht so schnell das Wasser reinkommen kann“, sagt Kfz-Techniker Nils Suckert. Außerdem habe er auf der Scheibe herumgeklopft, „das hat Spaß gemacht.“ Denn die Frontscheibe muss für den Stunt natürlich zertrümmert sein.
Eigentlich sollte der Wagen danach wieder aufgemotzt und verkauft werden. „Aber jetzt gucken wir mal, was passiert.“ Schließlich muss das Auto etliche Male rein ins Wasser – und wieder raus aus dem Wasser. Und das bis kurz vor 6 Uhr morgens – Drehschluss für das Team.

Früher wurde „Tatort“ in der echten Pathologie gedreht
Ein weiteres Geheimnis, das viele Zuschauer sogar etwas ekeln dürfte, des „Tatort“-Drehs enthüllt Requisiteur Andreas Fassongé. Denn zum Krimi gehört auch dieses Mal ein Besuch in der Leichenhalle. „Wir haben früher in Original-Rechtsmedizinen gedreht – in Heidelberg oder auch in der Pathologie in Karlsruhe.“
Das sei manchmal nicht sehr angenehm für die Schauspieler gewesen, wenn etwa jemand in einer der Schubladen liegen sollte. Denn: „Das ist echt, da liegt auch einer rechts und links, das ist nicht so angenehm“, sagt er. „Das ist halt ein gewisser Geruch da drin, das ist eine komische Atmosphäre.“ Doch seit einiger Zeit wird nun in einem Nachbau einer Pathologie gedreht – genutzt wird sie von den Ermittlern aus Ludwigshafen, Freiburg und Stuttgart, immer nur etwas umgebaut.

Die Sequenz ist nur der Auftakt für den Krimi. Im „Tatort“-Fall „Ex-It“ (Sonntag, 18. Januar, 20.15 Uhr, Das Erste) ermitteln die Kommissare Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare), tauchen ab in eine Welt zwischen Blitzlichtgewitter und menschlichen Abgründen. „Mich hat das Schicksal hinter der Schlagzeile interessiert, die innere Geschichte dieses Paares“, sagt Regisseurin Friederike Jehn.
Die Kritik fällt aber gemischt aus. Die einen feiern den neuen „Tatort“ aus Stuttgart als besondere Ausgabe der Krimireihe, für andere wurde das Krimi-Thema verfehlt. So urteilt der Kritiker der Deutschen Presse-Agentur: „Zu wenig Spurensuche, zu viel Selbstbefragung, das Who-Done-it spielt keine größere Rolle“.
Vielmehr sei der Film ein Drama über Sichtbarkeit und Vergessen, über das fragile Verhältnis zwischen Echtheit und Inszenierung und über das Scheitern eines Lebens- und Beziehungskonzepts. Auch beim Portal web.de heißt es, der Film sei eher ein Sozial-Drama. „Als Kriminalfall ist ,Ex-It‘ eine Katastrophe“, urteilt man hier.




