Bei -11 Grad!

Eiskalt! Wird Berliner S-Bahn bei Mega-Frost nicht beheizt?

Nicht nur draußen zittern Berliner bei frostigen Temperaturen. Wer Pech hat, sitzt in der S-Bahn wie in einem Kühlschrank.

Author - Norbert Koch-Klaucke
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Ein Zug der S-Bahn-Linie S7 ist bei Frostgraden unterwegs. Schön ist es, wenn man in einem warmen Abteil sitzt.
Ein Zug der S-Bahn-Linie S7 ist bei Frostgraden unterwegs. Schön ist es, wenn man in einem warmen Abteil sitzt.Florian Gärtner/imago

Mega-Frost in Berlin, Temperaturen um die -11 Grad! Wer am Montagmorgen unterwegs war, bekam die Saukälte richtig zu spüren. Nicht nur auf der Straße, sondern auch in den Fahrzeugen des öffentlichen Nahverkehrs. Wer auf der Fahrt zur Arbeit etwa in der S-Bahn wie in einem Kühlschrank saß, wird sich sicher gefragt haben: Werden bei dieser Eiseskälte die Züge nicht mehr beheizt?

In der S7 zwischen Potsdam und Ahrensfelde war es am Morgen jedenfalls so. Ich stieg in Wannsee in die S-Bahn und erlebte zusammen mit Pendlern eine zugige Kälte in dem Abteil. Nicht ein Hauch von Wärme drang aus der Belüftungsanlage des Wagens.

Für höheren Fahrpreis in kalter S-Bahn sitzen

Bis zum Alex, etwa 45 Minuten Fahrzeit, saß ich in diesem Abteil wie in einem Kühlschrank. Da zitterte man nicht nur wegen der höheren Fahrpreise: 4 Euro kostet seit Jahresanfang die Einzelfahrt! Das Deutschlandticket ist mit 63 Euro ebenfalls teurer geworden.

KURIER-Reporter Norbert Koch-Klaucke in der eiskalten S-Bahn
KURIER-Reporter Norbert Koch-Klaucke in der eiskalten S-BahnNorbert Koch-Klaucke

Mehr Geld für Bus und Bahn – und die Öffis sparen sich die Heizung? Oder die Technik schafft es generell nicht, bei dieser Kälte die Züge warm zu bekommen. Der KURIER fragte bei der S-Bahn nach.

So werden S-Bahnen in Berlin im Winter beheizt

Ein pauschales Versagen der Heizungen habe es bei der S-Bahn nicht gegeben, versichert ein Bahn-Sprecher. Auch habe der Zugfahrer nicht vergessen, die Heizung einzuschalten. Denn diese „wird über Temperatursensoren in den Fahrgasträumen automatisch geregelt“.

„Gemäß der für die Eisenbahn gültigen Normen beträgt der Zielwert mindestens 18 °C. Gerade an sehr kalten Tagen kann die Temperatur vor allem in den Türbereichen auch darunter liegen“, sagt ein Bahn-Sprecher.
Da liegt der Knackpunkt. Ein Abteil hat drei Türen. Und die öffnen sich recht häufig. Im Schnitt stehen S-Bahnen alle zwei Minuten an einer Station. Durch die offenen Türen steigen nicht nur Passagiere ein und aus. Es kommt auch jede Menge kalte Luft in das Abteil. Und man merkt, wie schnell eine S-Bahn abkühlen kann.

Kalte S-Bahn: Fahrgäste können es verhindern

„Bei den Neufahrzeugen schließen sich die Türen nach kurzer Zeit automatisch“, weiß der S-Bahn-Sprecher. „In den älteren Zügen der Baureihen 480 und 481 können die Fahrgäste die Türen über einen Knopf im Türbereich selbst schließen und das Auskühlen der Wagen verhindern.“ Was in der Praxis natürlich kaum einer macht.

So ein Aufkleber soll auf unbeheizte S-Bahn-Wagen aufmerksam machen.
So ein Aufkleber soll auf unbeheizte S-Bahn-Wagen aufmerksam machen.Sabine Gudath/imago

Übrigens: Fällt die Heizung in einem Wagen einmal aus, kann der Zug weiterfahren. „In der Regel bringen unsere Triebfahrzeugführer Aufkleber an den Türen an, damit die Fahrgäste erkennen können, dass dieser Zugteil nicht geheizt ist.“ War in meinem Erlebnisfall leider nicht so.

Dafür versichert ein Sprecher der S-Bahn Berlin GmbH: „Trotz der sehr niedrigen Temperaturen in den letzten Tagen stellen wir aktuell keine Häufung an ausgefallenen Heizungen fest.“

Saßen Sie auch in einer eiskalten S-Bahn? Dann schreiben Sie uns Ihr Erlebnis per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.