Russische Kältezunge

Krasse Kälte und Schnee - so schlimm wird das Wetter jetzt

Lust auf Winter? Nur Geduld: Immer mehr Wettermodelle glauben, dass wir ab kommender Woche im Frost versinken.

Author - Florian Thalmann
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Berlin im Schnee: Ob wir das in diesem Jahr noch einmal erleben dürfen? Die Wettermodelle haben dazu sehr unterschiedliche Meinungen.
Berlin im Schnee: Ob wir das in diesem Jahr noch einmal erleben dürfen? Die Wettermodelle haben dazu sehr unterschiedliche Meinungen.Sabine Gudath/imago

Ganz Deutschland blickt in Richtung Osten – denn aktuell schwebt eine große Frage über vielen Köpfen: Kommt das winterliche Wetter nochmal mit voller Wucht oder kommt er nicht? In den vergangenen Tagen war bereits von einer gigantischen Kältewelle die Rede, die uns in der kommenden Woche zum Bibbern bringen soll. Und nun scheinen sich die Anzeichen zu verdichten. Die Kaltluft flutet Deutschland!

Kaltluft aus Russland: Wetter dreht auf Winter!

Auch Dominik Jung von wetter.net ist sicher: Das T-Shirt-Wetter ist vorbei! „Es wird deutlich kälter“, sagt der Meteorologe in seinem aktuellen Wetterbericht. Aktuell sei es deutlich milder, vereinzelt konnte man in einigen Regionen Deutschlands schon in kurzen Hosen joggen gehen können. Doch damit ist Schluss: Bis Ende Januar flutet laut verschiedener Wettermodelle Kaltluft aus Osteuropa die Mitte des Kontinents – und erreicht auch Deutschland.

Und dann wird’s bitterkalt. Das GFS-Modell berechnet für den 30. Januar etwa Temperaturen von bis zu minus 17 Grad – und zwar nicht in 1500 Metern Höhe, sondern am Boden. „Das könnte wirklich eine kalte Angelegenheit werden“, sagt Dominik Jung. Auch die Ensembleprognosen für Deutschland rutschen deutlich unter die Null-Grad-Marke. Brisant: Inzwischen gibt es regional auch wieder Niederschlagssignale. Das ist neu – bisher sollte wenig bis gar kein Regen fallen. „Das ist dann natürlich alles Schnee“, sagt Dominik Jung. Also kehrt die weiße Pracht vielleicht doch zurück?

Dichter Nebel, die Spree gefroren: Ende Januar könnte auch Berlin noch einmal in den Genuss einer heftigen Kältewelle kommen.
Dichter Nebel, die Spree gefroren: Ende Januar könnte auch Berlin noch einmal in den Genuss einer heftigen Kältewelle kommen.Florian Gaertner/imago

Für all das ist Hoch Christian zuständig, ein Kältehoch, das aus Russland kommt. Im Verlauf der nächsten Woche soll sich das Hochdruckgebiet auf den Weg nach Mitteleuropa machen. Und das bedeutet: Der Osten bekommt es tatsächlich zuerst ab. Während die Temperaturen im Westen, besonders im Südwesten noch weitaus höher liegen, fallen die Werte in Ostdeutschland nach und nach. Bemerken wird man das – so sieht es aktuell aus – aber erst am kommenden Donnerstag.

Der gesamte Osten soll da auch am Tag in den Minusbereich rutschen. Bis Ende der kommenden Woche wird es dann immer kühler, die Tiefsttemperaturen fallen auf bis zu minus vier Grad. Und: Im Osten soll dann schon „strenger Frost im Osten“ herrschen, zumindest in der Nacht – minus zehn Grad sind angesagt. Der Auftakt für eine lange Frost-Phase? Wenn die Kälte kommt, dann sei nicht ausgeschlossen, dass sich eine bis zu zwei Wochen lange Kältewelle anschließt, sagt Jung.

Minus 10 Grad! Russische Kältezunge leckt an Deutschland

Etwas krasser sieht es übrigens das kanadische Wettermodell: Hier leckt die russische Kältezunge schon Mitte der kommenden Woche an Deutschland. „Mit Dauerfrost um minus drei bis minus sieben Grad – das wären die Temperaturen zur Mittagszeit, zum frühen Nachmittag am Donnerstag“, sagt Jung. Am Freitag könnten die Höchstwerte bei minus zehn Grad liegen – nicht in der Nacht, sondern am Tag. „Immer mehr Wettermodell gehen jetzt doch sehr deutlich in Richtung: Da ist was im Gange in Richtung Dauerfrost-Lage.“ Mütze, Schal und Handschuhe sollten also noch nicht zu weit weggeräumt werden.

Winterliches Wetter: Bringt die Kälte auch neuen Schnee?

Fraglich bleibt nur, ob wir uns wirklich über Schnee freuen dürfen. Regional könnte es laut europäischem Wettermodell dazu kommen - im Westen und im Süden seien ein paar Zentimeter Schnee bis in tiefe Lagen möglich, wenn auch erst am 31. Januar. Das amerikanische Wettermodell hingegen gönnt Deutschland das weiße Spektakel nicht: Laut der Prognosen bleibt es laut dem Modell in tiefen Lagen schneefrei.