Wer momentan einen Blick auf die Wetterkarten wirft, der bekommt das Staunen: Im Osten Europas liegen noch immer bitterkalte Luftmassen – und warten darauf, nach Mitteleuropa strömen zu können. Bis zu minus 46 Grad kalt sollen sie sein, würden uns eine fiese Kältewelle bringen. Der Retter könnte nun ausgerechnet der sogenannte Bombenzyklon sein! Hält er die Kältewelle auf?
Massive Kälte durch minus 46 Grad kalte Luftmassen
Schon seit Tagen wird der Beginn einer neuen Kältewelle angekündigt – und dass es kühl wird, bekamen am Mittwoch schon vor allem die Menschen im Osten Deutschlands zu spüren. Kein Wunder: Je weiter im Osten man lebt, desto näher ist man automatisch an den kalten Luftmassen, die gerade über Osteuropa lauern. „Dieses mächtige Kältepolster ist schon sehr eindrucksvoll“, sagt Dominik Jung zu den Luftmassen, die etwa über Russland lauern. „Bis zu minus 46 Grad kalte Luftmassen liegen dort.“
Sollte diese Kälte nach Westen rutschen – „dann hätten wir wirklich Dauerfrost, und das nicht zu knapp“. Weil sich das Kältehoch aber noch nicht wirklich in Bewegung gesetzt hat, erlebt Deutschland eine echte Temperaturgrenze. Während es im Nordosten schon Minusgrade gibt und niemand mehr ohne Schal und Mütze vor die Tür gehen will, sind die Werte im Südwesten noch vergleichsweise mild.

Nach frostigen Temperaturen in der Nacht kann es am Donnerstagmorgen stellenweise richtig glatt sein – Autofahrer sollten also besonders vorsichtig sein. Am Donnerstag erwarten den Nordosten dann Temperaturen um den Gefrierpunkt, auch in Berlin wird es kühl. Am Freitag kann es dann sogar wieder Schnee geben, zumindest im Norden Deutschlands, denn regional soll es leichten Regen geben, der in Form von Schnee oder Schneegriesel zur Erde flattern wird. Am Wochenende bleibt die Lage unverändert: Kälte im Nordosten, milde Temperaturen im Südwesten Deutschlands.
Am Montag könnte es endlich wieder Schnee geben
Eine weiße Überraschung könnte es dann am Montag geben: Obwohl die Prognosen in den vergangenen Tagen anders aussahen, soll es auch im Osten Deutschlands plötzlich Regen geben. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt heißt das: Schnee ist nicht mehr unmöglich! Der soll laut Dominik Jung teilweise sogar liegen bleiben. Doch das birgt auch Gefahren. „Erhebliche Straßenglätte ist möglich“, erklärt der Wetterexperte.

Hält uns der Bombenzyklon die extreme Kälte vom Hals?
Doch eine Frage bleibt: Wie schlimm wird die Kälte – und schafft es die kalte Luft noch zu uns? Bisher schob sich das Kältehoch nur langsam voran, weil mehrere Tiefdruckgebiete im Westen dagegenhalten. Und nun kommt auch noch der Bombenzyklon dazwischen! Bei einem Bombenzyklon, auch Bombogenese genannt, verstärkt sich ein Sturm, bei dem der Luftdruck innerhalb kurzer Zeit stark fällt. Ein Sturm wird so explosionsartig zum Orkan.
Der Bombenzyklon soll für Sturm in Frankreich und England sorgen – denn er ist Teil einer großen Tiefdruckzone. Die großen Tiefdruckgebiete wiederum halten das Kältehoch aus Russland auf, blockieren den Zustrom der kalten Luftmassen nach Europa. Was also erst einmal gefährlich klingt, könnte Deutschland vor der Kälte retten oder sie zumindest verzögern. Die Folge: Wir könnten kühle Tage erleben – aber müssten nicht so lange und so stark frieren wie angekündigt.




