Echte Überraschung

20 Zentimeter Schnee und Kälte – Blitzwinter nach dem Wochenende

Eigentlich sollte es gar keinen Schnee mehr geben – doch jetzt kippen die Prognosen. Wird es am Montag wieder weiß?

Author - Florian Thalmann
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Ob auch in Berlin noch einmal richtig viel Schnee fällt? Eigentlich sieht es nicht danach aus. Doch laut neuen Prognosen könnte es kommende Woche zumindest eine dünne weiße Schicht geben.
Ob auch in Berlin noch einmal richtig viel Schnee fällt? Eigentlich sieht es nicht danach aus. Doch laut neuen Prognosen könnte es kommende Woche zumindest eine dünne weiße Schicht geben.Andreas Friedrichs(imago

Seit Tagen läuft in Deutschland ein echter Krimi um das Wetter: Kommt sie oder kommt sie nicht, die sibirische Kälte? Über Osteuropa hängt seit Tagen ein dickes Kältehoch fest – mit eiskalten Luftmassen, die uns laut Berichten bis zu -20 Grad bringen könnten. Doch das Hochdruckgebiet kommt bisher kaum voran. Trotzdem warnen die Wetterdienste, denn auch ohne großen Kälteeinbruch sind die Temperaturen gefallen. Und jetzt werden plötzlich wieder völlig irre Schneehöhen berechnet. Die jüngsten Prognosen.

Brutale Kälte hängt weiter über Osteuropa fest

Seit Tagen überschlagen sich die Meteorologen mit ihren Vorhersagen – doch noch blieb Deutschland vom großen Wintereinbruch verschont. Die Luftmassen, die über Osteuropa liegen und uns die sibirische Kälte bringen sollten, kommen einfach nicht voran – und das liegt auch an mehreren Tiefdruckgebieten und einem Orkan im Mittelmeerraum. Das wilde Wetter im Süden und Westen von Deutschland schützt uns momentan gut vor der brutalen Kälte aus Russland.

„So wirklich will dieses sibirische Kältetief nicht vorankommen“, sagt der Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. Die nächste Woche bleibe zwar auch kühl – „aber die ganz große Kälte, die die Wettermodelle immer mal wieder berechnet hatten, ist für die meisten von uns erst einmal nicht in Sicht“. In Südeuropa toben Stürme mit Überschwemmungen, im Osten ist das große Frieren angesagt – und Deutschland liegt momentan noch recht entspannt genau in der Mitte.

Anfang Januar gab es in Berlin schon heftige Schneefälle. Ob sich das in dieser Wintersaison noch einmal wiederholt?
Anfang Januar gab es in Berlin schon heftige Schneefälle. Ob sich das in dieser Wintersaison noch einmal wiederholt?Jens Kalaene/dpa

Kühl bleibt und wird es trotzdem – und die Temperaturen sorgen in Kombination mit neuen Niederschlagssignalen jetzt für eine weiße Überraschung: Laut Dominik Jung geht gehen neue Berechnungen des europäischen Wettermodells davon aus, dass ab Sonntag wieder Schnee fallen könnte. Bis zu 20 Zentimeter sind in den Mittelgebirgen am Montag drin, aber auch der komplette Osten könnte weiß werden, weil er so nah am osteuropäischen Kältehoch liegt. Ein paar Zentimeter wären demnach auch rund um Berlin möglich.

Anfang der Woche soll wieder neuer Schnee liegen

Auch am Dienstag sieht das Wettermodell Schnee auf Deutschland zukommen, bis zu zehn Zentimeter könnten dann regional liegen, fünf bis sechs Zentimeter in Berlin und Brandenburg. „Klingt nicht nach viel, reicht aber für ein Schneechaos“, sagt Dominik Jung. „Da wird es spannend werden zum Start in den Berufsverkehr.“ Man wisse zwar, dass das Modell gern mal übertreibe – aber es sei ein Anhaltspunkt, wo es weiß werden könnte. Ob und wie viel Schnee wirklich kommt, hängt aber auch von der Bewegungsrichtung eines Tiefdruckgebietes ab.

Ob es also so kommt und weite Teile Deutschlands noch einmal in der weißen Pracht versinken? Das wird sich zeigen. Auch, was aus der großen Kälte wird, die seit Tagen angekündigt wird, bleibt abzuwarten. Mildes Frühlingswetter ist in jedem Fall zurzeit nicht mehr zu erwarten – der Deutsche Wetterdienst warnte bereits vor echten Bibber-Temperaturen in der Nacht. Bis zu -10 Grad im Osten, sogar -14 Grad in den Mittelgebirgen stehen auf dem Programm.

Und auch am Tag bleibt es frisch. Am Freitag soll es im Osten laut DWD beispielsweise eine Höchsttemperatur zwischen -6 Grad und -2 Grad geben – im Südwesten ist es aufgrund der größeren Entfernung zum russischen Kältehoch mit bis zu 8 Grad wesentlich wärmer. Das Problem: Gebietsweise kann es auch Schnee und gefrierenden Regen geben. Und das bedeutet: Glatteis-Gefahr! Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte also schon vor dem Start ins Wochenende vorsichtig sein. Und auch das Wochenende bleibt im Osten bitterkalt.

Bombenzyklon entscheidet über das Wetter

Mit Blick auf den Wintereinbruch wird vor allem der Freitag spannend. Denn der Tag könnte entscheiden, ob und wie stark uns der Winter erwischt. Der Grund: Im Mittelmeerraum soll es zu einem sogenannten Bombenzyklon kommen. Dort liegt ein Tiefdruckgebiet mit Stürmen. Ein Sturm, bei dem der Luftdruck innerhalb kurzer Zeit massiv einbricht und der dadurch an Kraft gewinnt, wird als Bombenzyklon bezeichnet. Das Tiefdruckgebiet hält das Kältehoch aus Osteuropa zurück, beschützt Deutschland vor der eiskalten Luft. Fraglich ist, wie lange der Bombenzyklon läuft, wie schnell er zusammenbricht – und ob es die Kälte dann doch noch zu uns schafft.