Nach Baumgart-Breitseite

Elfer-Zoff! Livan Burcu droht neuer Ärger bei Union

Der Stürmer will gegen Frankfurt schießen, doch Querfeld darf – und trifft nur mit Glück. Baumgart und Heldt mischen sich ein. Die Hierarchie wackelt.

Author - Sebastian Schmitt
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Zoff vor dem Elfmeter:  Union-Stürmer Livan Burcu (r.) will gegen Frankurt den Strafstoß schießen. Letlzich trifft Leopold Querfeld (l.) mit ganz viel Glück.
Zoff vor dem Elfmeter: Union-Stürmer Livan Burcu (r.) will gegen Frankurt den Strafstoß schießen. Letlzich trifft Leopold Querfeld (l.) mit ganz viel Glück.Matthias Koch/imago

Es ist der Moment, in dem die Alte Försterei den Atem anhält. Direkt nach dem Rückstand bekommt der 1. FC Union Berlin einen Elfmeter – und plötzlich geht es nicht nur um den Ball, sondern um Verantwortung. Wer schießt? Wer darf? Und wer muss warten? Der Elfer beim 1:1 (0:0) gegen Eintracht Frankfurt wird zum internen Kräftemessen und wird Union noch weiter beschäftigen.

Livan Burcu will Elfmeter gegen Frankfurt schießen

Es läuft die 86. Minute im Spiel gegen die SGE. Nur eine Minute zuvor kassierte Union das 0:1, dann ringt Frankfurts Højlund Rani Khedira im Strafraum nieder. Schiedsrichter Sören Storks zeigt sofort auf den Punkt. Elfmeter. Ausgleichschance. Druck pur.

Khedira schnappt sich den Ball, blickt sich um, sucht Leopold Querfeld. Der Österreicher ist Unions etatmäßiger Schütze, hat zuvor drei von vier Elfmetern verwandelt.

Burcu fordert Querfeld heraus – Sekunden vor dem Elfer

Doch diesmal ist da noch ein anderer. Livan Burcu (21), gerade erst eingewechselt, will den Strafstoß gegen Frankfurt auch schießen. Der Deutsch-Türke bringt sich um den Elfmeterpunkt in Position, sucht das Gespräch mit Khedira. Doch der Vize-Kapitän Khedira drückt Querfeld den Ball in die Hand. Burcu redet weiter auf den geplanten Schützen ein. Tritt dann zurück. Und schluckt. Eine Szene, die Querfeld störte und für Burcu den nächsten Rüffel von Trainer Steffen Baumgart bedeuten könnte.

Kurz nach dem Elfmeter-Zoff setzt sich Livan Burcu (l.) durch und zirkelt den Freistoß gegen Frankfurt nur knapp am Tor vorbei.
Kurz nach dem Elfmeter-Zoff setzt sich Livan Burcu (l.) durch und zirkelt den Freistoß gegen Frankfurt nur knapp am Tor vorbei.Matthias Koch/imago

Der Rest ist bekannt. Querfeld verzögert, schiebt den Ball nach dem Elfer-Zoff mutlos fast in die Mitte. Ein Kullerball. Ein Geschenk. Eintracht-Keeper Kaua Santos lässt den Ball durch die Arme rutschen. 1:1. Union jubelt. Doch der Elfmeter sorgt weiter für Gesprächsstoff.

Khedira entscheidet, doch Querfeld trifft nur mit Glück

Für Burcu ist es eine bittere Szene. Wieder nur Zuschauer, wieder kein entscheidender Moment. Dabei hätte dieser Elfmeter für ihn besonders viel bedeutet. „Die Eintracht ist mein Kindheitsverein. Es ist für mich immer schön, gegen sie zu spielen. Ich liebe Eintracht Frankfurt, das ist meine Heimat“, sagt der gebürtige Frankfurter offen.

Union-Stürmer Livan Burcu (21) kassierte von Cheftrainer Steffen Baumgart nach der 1:3-Pleite bei der TSG Hoffenheim eine derbe Breitseite.
Union-Stürmer Livan Burcu (21) kassierte von Cheftrainer Steffen Baumgart nach der 1:3-Pleite bei der TSG Hoffenheim eine derbe Breitseite.Matthias Koch/imago

Der Elfer-Zoff passt in eine Phase, die für Burcu nicht einfach ist. Nach der öffentlichen Baumgart-Breitseite beim 1:3 in Hoffenheim kämpft der 21-Jährige weiter um Vertrauen – und um Minuten.

Heldt stärkt Livan Burcu nach Baumgart-Breitseite

Rückendeckung bekommt Burcu vom Manager. „Nach seiner Verletzung zu Saisonbeginn ist er jetzt auf dem Niveau, auf dem er zu Beginn der Saison hätte sein sollen“, sagt Horst Heldt. Und legt nach: „Er hat Eigenschaften, die uns flexibler machen. An und mit ihm werden wir noch ganz viel Spaß haben.“

Fast hätte Burcu diesen Worten selbst Nachdruck verliehen. In der Nachspielzeit tritt er zu einem direkten Freistoß aus rund 20 Metern an. Der Ball segelt haarscharf am Pfosten vorbei. Kein Tor. Wieder warten.

Elfmeter-Hierarchie wackelt: Wer schießt als Nächstes?

Trotzdem bleibt Burcu Teamplayer. „In der Schlussphase waren wir am Drücker und hatten unsere Möglichkeiten. Da hätte es auch 2:1 ausgehen können. Insgesamt war es eine gute Leistung des gesamten Teams, den Punkt nehmen wir gerne mit“, sagt er.

Und wer weiß: Vielleicht gehört der nächste Elfmeter ihm. Querfeld bekam für seinen schwachen Strafstoß ein Ultimatum von Baumgart und muss zudem bei Heldt zum Rapport. Ganz klar: Die Elfmeter-Hierarchie bei Union wackelt vor dem Spiel beim Hamburger SV (Sonnabend, 15.30 Uhr, Sky).