Abstiegskampf in Sicht

Vertragsfluch bei Union: Steffen Baumgarts Bonus schmilzt

Seit der Vertragsverlängerung des Cheftrainers läuft es beim 1. FC Union Berlin nicht mehr rund. Gegen Bayer Leverkusen steigt der Druck.

Author - Sebastian Schmitt
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Seit der Vertragsverlängerung von Manager Horst Heldt (r.) mit Trainer Steffen Baumgart wartet Union Berlin auf ein Erfolgserlebnis.
Seit der Vertragsverlängerung von Manager Horst Heldt (r.) mit Trainer Steffen Baumgart wartet Union Berlin auf ein Erfolgserlebnis.Maximilian Koch/imago

Sieben Spiele ohne Sieg, zuletzt ein 2:3 beim HSV – der 1. FC Union Berlin steckt in der Bundesliga in einer gefährlichen Phase. Dabei wirkte bis vor kurzem alles noch so stabil. Auch deswegen verlängerten die Union‑Bosse den auslaufenden Vertrag von Trainer Steffen Baumgart bis 2027. Doch seit der Unterschrift klemmt es – und plötzlich ist der Abstiegskampf wieder Thema.

Seit Baumgarts Vertragsverlängerung ist der Wurm drin

Kurz vor Weihnachten atmete ganz Köpenick auf. 1:0 beim 1. FC Köln, 21 Punkte nach nur 15 Spielen. Europa viel näher als Abstiegskampf. Union wirkte gefestigt, organisiert, bissig. Genügend gute Gründe, um mit Baumgart den Vertrag zu verlängern.

Lange her: Am 20. Dezember feierte Trainer Steffen Baumgart mit Union Berlin seinen bisher letzten Sieg in der Bundesliga.
Lange her: Am 20. Dezember feierte Trainer Steffen Baumgart mit Union Berlin seinen bisher letzten Sieg in der Bundesliga.Uwe Kraft/imago

Der Rostocker hatte Union als Nachfolger von Bo Svensson nach einigen Startproblemen innerhalb von 365 Tagen stabilisiert und so frühzeitig den Klassenerhalt gesichert. 

In dieser Saison spielte Union eine starke Hinrunde. Siege in Frankfurt, gegen Leipzig – sogar der FC Bayern wurde geärgert. Baumgarts Team wirkte stabil, bissig, klar. Die Vertragsverlängerung war deshalb nicht nur ein Vertrauensbeweis. Sie war ein logischer Schritt.

Sieben Spiele ohne Sieg: Die Zahlen der Krise

„Wir haben eine stabile Basis geschaffen, auf der wir weiter aufbauen und erfolgreich sein wollen“, erklärte Baumgart am 14. Januar.

Das Problem:
Seit die Tinte unter dem neuen Vertrag trocken ist, steckt bei Union der Wurm drin.

Nach der guten Hinrunde spürt Trainer Steffen Baumgart beim 1. FC Union Berlin nun viel Frust.
Nach der guten Hinrunde spürt Trainer Steffen Baumgart beim 1. FC Union Berlin nun viel Frust.Wolfgang Frank/Eibner-Pressefoto/imago

Fakt ist: Seit sieben Spielen wartet Union auf einen Sieg. Die jüngste und bittere 2:3‑Pleite beim Hamburger SV verschärft die Lage – vor allem, weil das eiserne Herzstück bröckelt: die Defensive.

Defensive zerbricht – Fehler kosten Punkte

Zehn Gegentore in vier Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Die Stabilität ist dahin, die Abstimmung fehlt, Zweikämpfe werden verloren, einfache Fehler werden brutal bestraft.

Dabei hatte Union sich in dieser Saison Respekt erarbeitet. Gegen Top‑Teams wie Leverkusen oder Bayern trat man mutig auf, verteidigte kompakt, setzte Nadelstiche. Genau diese Tugenden fehlen aktuell.

Bayer Leverkusen ist für Union Berlin Chance und Risiko

Noch liegt Union sechs Punkte vor dem Relegationsplatz. Doch in Köpenick schrillen die Alarmglocken immer hörbarer.

Die Chance, es wieder besser zu machen und sich aus der Negativspirale zu befreien, hat Union am Sonnabend (15.30 Uhr, Sky) gegen Bayer Leverkusen.

Baumgart im Fokus: Jetzt zählen nur noch Punkte

Mit einem Sieg könnten sich die Eisernen Luft verschaffen, Abstand im Tabellenkeller gewinnen und das Thema Abstiegskampf wieder aus den Schlagzeilen drängen. Mit einer weiteren Niederlage wird sich die Krise in Köpenick weiter zuspitzen.

Klar ist: Baumgart besitzt bei Union nicht nur bei den Fans, sondern auch bei den Bossen viel Kredit.

Doch in der Bundesliga zählt am Ende nur eines: Punkte. Und die braucht Union aktuell ziemlich dringend.