Keine Extrawurst

Streit um Veggie-Wurst: Influencerin stöhnt über Union-Fans

Vegetarisches kommt auch wegen Präsident Dirk Zingler bei Union Berlin nicht auf den Grill. Das bringt Content-Creator Meira Werner auf die Palme.

Author - Sebastian Schmitt
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Beim 1. FC Union Berlin bekommen Fußballfans verschiedene Bratwürste. Eine vegetarische Wurst gibt es weiterhin nicht.
Beim 1. FC Union Berlin bekommen Fußballfans verschiedene Bratwürste. Eine vegetarische Wurst gibt es weiterhin nicht.Matthias Koch/IMAGO

Bratwurst, Bier, Fußball – so tickt der 1. FC Union Berlin. Doch genau dieses Selbstverständnis sorgt jetzt für Streit. Eine RBB-Umfrage zeigt: Viele Fans wollen keine Veggie-Wurst im Stadion. Eine Influencerin geht daraufhin steil – und stöhnt über eine hitzige Debatte rund um die Alte Försterei.

Union-Boss Dirk Zingler will keine Veggie-Wurst

An der Alten Försterei geht es um mehr als nur Fußball. Es geht um Haltung, um Tradition – und jetzt plötzlich auch um Wurst.

Denn der 1. FC Union Berlin steht erneut im Fokus einer Grundsatzdebatte. Veggie-Wurst im Stadion? Die klare Antwort vieler Fans: Nein.

Union-Fans ganz auf Linie mit Dirk Zingler

Bei einer RBB-Umfrage vor einem Heimspiel sprechen sich zahlreiche Unioner deutlich gegen Fleischersatz aus. „Brauch ich nicht. Wer das will, soll woanders hingehen“, sagt ein Fan – und trifft damit genau die Linie von Präsident Dirk Zingler.

Bratwurst, Bier, Fußball – so tickt der 1. FC Union Berlin. Einzig die Erbsensuppe ist als vegetarisches Angebot im Stadion An der Alten Försterei erhältlich.
Bratwurst, Bier, Fußball – so tickt der 1. FC Union Berlin. Einzig die Erbsensuppe ist als vegetarisches Angebot im Stadion An der Alten Försterei erhältlich.Matthias Koch/IMAGO

Der eiserne Boss hatte bereits 2022 klargemacht, wie Union tickt: Bratwurst, Bier, 90 Minuten Fußball. Keine Experimente, keine Symbolpolitik. Vor allem aber kein Fleischersatz und kein Gendern. Doch genau diese Haltung sorgt nun für Gegenwind.

Influencerin stöhnt über Union-Fan

Die Influencerin Meira Werner, in der Berliner Fußballszene längst kein unbeschriebenes Blatt, stöhnt über Union Berlin. Mehr als 20.000 Follower sehen ihre Inhalte – und ihren Frust. „Niemand nimmt dir deine Bratwurst weg“, sagt Werner und ärgert sich: „Ich habe für so eine Antihaltung kein Verständnis.

Regelmäßig riecht es beim 1. FC Union Berlin auch auf dem Rasen nach Bratwurst. Das würde sich auch nicht ändern, wenn die Eisernen ihr vegetarisches Angebot vergrößern.
Regelmäßig riecht es beim 1. FC Union Berlin auch auf dem Rasen nach Bratwurst. Das würde sich auch nicht ändern, wenn die Eisernen ihr vegetarisches Angebot vergrößern.Matthias Koch/IMAGO

Dann wird die Moderatorin, Content-Creator und Spielerin von Eintracht Spandau noch deutlicher und spricht den Fan direkt an: „Du kannst doch deine Wurst trotzdem essen. Niemand nimmt dir dein totes Tier im Brötchen weg.

Tradition gegen Zeitgeist bei Union Berlin

Werner kennt den Fußball von unten: Regionalliga, Amateurplätze, Currywurst am Spielfeldrand. Heute verbindet sie das mit gesellschaftlichen Themen – und legt den Finger genau dorthin, wo es wehtut.

Zuletzt ging sie dabei auch wegen Mario Basler steil, der weiterhin die Meinung vertritt, Fußball sei kein Sport für Frauen, und deswegen vom 1. FC Union als Clown verspottet wurde. Werner kontert Basler: „Altherrenfußball juckt mich auch nicht.

Vegetarisches Angebot bei Union Berlin extrem dünn

Der Veggie-Wurst-Streit in Köpenick zeigt: Union steht zwischen Tradition und Zeitgeist. Während im Stadion An der Alten Försterei weiter Bratwurst und Steak dominieren, bleibt die vegetarische Auswahl sehr überschaubar. Eine Erbsensuppe – mehr nicht.

Zum Vergleich: Bei Hertha gibt es neben der veganen Currywurst auch weitere vegetarische Angebote. Immerhin: Die eiserne Linie bei Union bröckelt.

Nachdem vor zwei Jahren im Abstiegskampf Marie-Louise Eta als Co-Trainerin von Interimscoach Marco Grote von den Fans als Fußballgöttin gefeiert wurde, brach Stadionsprecher Christian Arbeit zuletzt beim Heimspiel gegen Werder Bremen eine weitere Union-Regel und sprach alle Zuschauer am Weltfrauentag mit „Unionerinnen“ an.

Für Union geht es gegen St. Pauli auch um die Wurst

Bei der Wurst bleibt dagegen alles beim Alten. Noch. Denn die Diskussion wird lauter. Und sie wird emotionaler.

Klar ist: Am Ende geht es bei Union Berlin immer um die Wurst. Am Ostersonntag gegen den FC St. Pauli (15.30 Uhr, DAZN) sogar doppelt: auf dem Teller – und im Abstiegskampf. Drei Punkte müssen her. Egal ob mit Fleisch oder ohne.