Er wollte zur WM, sich auf der großen Bühne zeigen – doch nun steckt Derrick Köhn mitten im Chaos. Der Profi des 1. FC Union Berlin entscheidet sich für Ghana, folgt seinem Traum. Doch plötzlich bricht nach der 1:2-Pleite gegen Deutschland um ihn herum alles zusammen. Trainer weg, Zukunft offen – und ausgerechnet jetzt wird der Neustart zur Zitterpartie.
Wechsel des Fußballverbands wird zur Belastungsprobe
Derrick Köhn erlebt Tage, die alles verändern. Der Wechsel des Fußballverbands zu Ghana war kein Zufall. Es war eine Entscheidung mit Ziel: die WM. USA, Mexiko, Kanada – die große Bühne, der große Traum. Dafür kehrte der gebürtige Hamburger dem DFB den Rücken.
Doch kaum ist er angekommen, bricht das Fundament weg.
Addo-Aus reißt Köhn den Halt weg
Nach den Niederlagen gegen Österreich und Deutschland reagiert der Verband hart. Trainer Otto Addo wird noch in der Nacht entlassen. Vier Stunden nach Abpfiff ist Schluss. Ein brutaler Schnitt – und für Köhn ein echter Rückschlag.

Denn Addo war sein wichtigster Verbündeter. Der Mann, der ihn überzeugte, den Wechsel zu wagen. Der ihn wollte, ihm vertraute. Vergangene Woche schwärmte Addo noch über Köhn: „Wir sind froh, dass er sich für Ghana entschieden hat. Er hat an den beiden Testspielen im November teilgenommen und einen guten Eindruck hinterlassen. Er hat sehr gute Chancen, bei der WM dabei zu sein.“ Jetzt ist genau dieser Rückhalt weg.
Ghana-Neustart mit großen Fragezeichen
Für Köhn beginnt alles von vorn. Neue Hierarchie, neuer Trainer, neue Chancen – oder neue Zweifel. Ob er ohne Addo tatsächlich auf den WM-Zug aufspringen kann, ist plötzlich völlig offen.

Werbung in eigener Sache betrieb Köhn zwar beim 1:5 gegen Österreich nicht. Gegen Deutschland bereitet er aber in seinem dritten Länderspiel das erste Tor vor, nachdem er sich robust gegen VfB-Verteidiger Joshua Vangomann durchsetzt und Stürmer Abdul Fatawu mustergültig das zwischenzeitliche 1:1 auflegt. Köhn: „Das ist mit das Beste, was passieren konnte.“
Bei Union Berlin kann Köhn wieder Kraft tanken
Das gilt freilich nicht für den Trainer-Rauswurf. Wer auf Addo folgt, wollen die Westafrikaner kurzfristig mitteilen. Bei der WM trifft Ghana in der Gruppe L auf Panama, England und Kroatien.



