Fanprotest bei Braga gegen den Einstieg von PSG-Eigner QSI bei ihrem Klub. 
Fanprotest bei Braga gegen den Einstieg von PSG-Eigner QSI bei ihrem Klub.  Imago/Belga

Der Haussegen hängt schief bei Sporting Braga, dem nächsten Gegner des 1. FC Union in der Europa League (Donnerstag, 18.45 Uhr, RTL+). Was weniger mit dem sportlichen Abschneiden in der nationalen Liga zu tun hat. Dort ist der Zweite der Gruppe D – ein Punkt Vorsprung auf die Eisernen – nach zwei Pleiten wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt und hat mit zwei Siegen in Folge Rang zwei vom FC Porto zurückerobert. Es geht ums liebe Geld.

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Der Einstieg eines Investors stößt beim Anhang nicht auf ungeteilte Zuneigung. Es geht um Qatar Sports Investment (QSI), das sich für 19 Millionen Euro 21,67 Prozent des Klubs sicherte. 

Der Einfluss vom PSG wächst nun bis nach Portugal

QSI? Klingelt es bei Ihnen? Das ist die staatliche Firma aus Katar, die auch bei PSG in Paris das Sagen hat. Und eben das ist großen Teilen der Anhängerschaft ein Dorn im Auge. QSI-Präsident Nassar Al-Khelaifi ist ja auch Präsident bei bei den Hauptstädtern. 

Damit ist Braga nach dem KAS Eupen in Belgien der zweite Klub in Europa, an dem QSI und damit auch PSG Anteile hat. Der wegen Menschenrechtsverletzungen in der Kritik stehende Wüstenstaat scheint sich sein eigenes Fußball-Imperium zusammenkaufen zu wollen.

Anhänger protestierten schon mit Bannern dagegen, dass die Kataris die Anteile des Minderheitsaktionärs Olivedesportos SGPS übernehmen. „Katarische Sklavenhalter sind nicht willkommen“, war da in Englisch Schwarz auf Weiß im Estadio Municipal beim 1:2 gegen St. Gilloise zu lesen. 

Bragas Anhänger wollen nicht zum Farmteam werden

Nicht, weil man die Kohle nicht gerne hätte. Doch man sieht die Gefahr, dass mit dem Einfluss der Scheichs Braga zu einem Farmteam der Franzosen degradiert werden könnte. Auch wenn der nordportugiesische Klub betont, dass die Aktienmehrheit von 36,98 Prozent weiter beim Verein liege. Doch die vereinsinterne Opposition streut schon das Gerücht, dass Braga vollständig übernommen werden könnte. 

Union muss nach dem 0:1 im Hinspiel am Donnerstag Braga mit zwei Toren Unterschied schlagen und dann wohl noch einen Punkt in Belgien bei St. Gilloise erobern – dort allerdings ohne eigene Fans –, um das Ticket zur K.-o.-Runde der Europa League sicher zu haben. Bei Punktgleichheit entscheidet in Europa ja nicht die Tordifferenz, sondern der direkte Vergleich. 

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