Absurder Zoff im Netz

Extremwinter in der Ukraine: BSW-Politiker greift Jörg Kachelmann an

Auch Osteuropa macht die Kälte zu schaffen. Vom härtesten Kriegswinter in der Ukraine ist die Rede. Dazu gibt es Zoff im Internet.

Author - Florian Thalmann
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BWS-Politiker Fabio de Masi greift mit einem Post auf X Wetterfrosch Jörg Kachelmann an - es geht um den Kriegswinter in der Ukraine.
BWS-Politiker Fabio de Masi greift mit einem Post auf X Wetterfrosch Jörg Kachelmann an - es geht um den Kriegswinter in der Ukraine.dts Nachrichtenagentur/imago

Viele Menschen in Deutschland haben vom Winter ordentlich die Nase voll – die Bibber-Kälte macht uns ordentlich zu schaffen. Auch am Dienstagmorgen wäre so mancher gern im Bett geblieben. Im Netz sorgt der Bibber-Winter mit Eiseskälte sogar für Zoff: BSW-Politiker Fabio de Masi rechnet im Netz mit Wetterfrosch Jörg Kachelmann ab – und hält ihm eine Äußerung aus dem vergangenen Jahr vor.

Massive Kälte macht auch Osteuropa zu schaffen

Hintergrund ist die massive Kälte, die vor allem Osteuropa einnimmt. Die kalten Luftmassen, die nach Deutschland kommen, kommen auch aus dem Osten: Seit Wochen schon wird über ein Kältehoch gesprochen, das über Russland festhängt, die Temperaturen dort in den Keller stürzen ließ.

Die klirrende Kälte hat auch in der Ukraine Einzug gehalten. Laut Berichten erleben die Menschen hier den härtesten Winter seit Beginn des Angriffskrieges. Die Temperaturen sind das eine, doch die Angriffe Russlands machen die Lage noch schlimmer: Ganze Wohnblöcke sind ohne Strom, Heizung und Warmwasser fielen etwa in der Hauptstadt Kiew aus, die Menschen suchten bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt in Notzelten Schutz.

Die Menschen in der Ukraine leiden unter dem harten Winter - nach Luftangriffen von Russland gibt es Ausfälle bei Strom und Heizung.
Die Menschen in der Ukraine leiden unter dem harten Winter - nach Luftangriffen von Russland gibt es Ausfälle bei Strom und Heizung.Sergei Grits/AP/dpa

Der ukrainische Journalist Denys Glushko berichtete etwa auf Nachfrage von „euronews“, die Temperatur in seiner Wohnung liege nur bei 7 Grad. Er müsse frieren. Wann man Strom hat, wisse man nie. „Manchmal ist er den ganzen Tag lang da, manchmal fällt er tagelang aus. Gestern, am 1. Februar, war der Strom von 12 Uhr bis 15 Uhr da, also drei Stunden lang.“

Zoff um den Kriegswinter in der Ukraine auf X

Der ukrainische Winter sorgt nun auch im Netz für Zoff – in einem Post beim Kurznachrichtendienst X meldet sich Fabio de Masi vom Bündnis Sahra Wagenknecht zu Wort. „Diejenigen die meinen die Ukraine solle weiterkämpfen, scheinen ihren eigenen Wahnsinn gar nicht mehr zu überblicken“, schrieb er. Es drohe in dem Land einer der härtesten Winter aller Zeiten. „Russland hat nicht ohne Grund die Energieinfrastruktur bombardiert (was ich verurteile)“, schrieb er. „Wenn dieser Wahnsinn weiter geht, werden nicht nur junge Männer in den Schützengräben verenden sondern Frauen und Kinder mit Erfrierungen aus den zerbombten Ruinen gezogen werden.“

Ende Januar kam es wieder zu Luftangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew.
Ende Januar kam es wieder zu Luftangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew.Danylo Antoniuk/imago

Weiter schrieb er: „Die Soldaten leiden bereits an Gasbrand und das Umfeld von Selenskji hat sich goldene Toiletten ausgebaut und sich die Taschen voll gemacht mit den Milliarden, die unter anderem für die Energieinfrastruktur vorgesehen war.“ Für die Aussagen gab es teilweise heftige Kritik. „Wenn man schwerste Kriegsverbrechen in einem Nebensatz ‚verurteilt‘ und dem Angriffsopfer die Kapitulation empfiehlt, ist man entweder bei der AfD oder Vorsitzender des BSW“, hieß es etwa in einem Kommentar. Ein anderer: „Seit Sie beim BSW mitspielen, sind Ihre Äußerungen kaum noch zu ertragen, weil Sie jedes Gerechtigkeitsgefühl vermissen lassen.“

Meteorologe Jörg Kachelmann: „Fabio de Masi lügt“

Auch Meteorologe Jörg Kachelmann meldete sich zu Wort. Allerdings nicht aufgrund der politischen Hintergründe – sondern wegen des Wetters. „Fabio de Masi lügt“, antwortete er auf den Post von de Masi. „Es gibt nirgendwo Anzeichen für einen außerordentlich harten Winter in der Ukraine.“ Und de Masi? Der veröffentlichte jetzt einen Screenshot von damals zusammen mit einem Screenshot eines Berichts aus der „Tagesschau“ zum „härtesten Kriegswinter“. Ein Seitenhieb gegen Kachelmann und seinen Lügen-Vorwurf.

Auch hier fallen die Reaktionen gemischt aus. „Gibt ne easy Lösung: Die Russen hören auf zu bombardieren und sie ziehen sich aus den besetzten Gebieten zurück. Dann musst du deine Takes nicht vom Wetter abhängig machen, was Ende November so nicht vorhersehbar war“, schreibt ein Nutzer. Ein Kommentar lautet: „Was ist denn die Alternative der Ukraine? Die Bevölkerung unter Putin frieren lassen?“ Doch es gibt auch Kritik an Kachelmann. „Für Herrn Kachelmann scheint ein Winter im Krieg nicht hart zu sein“, schreibt ein Nutzer.

Was halten Sie vom Zoff um den harten Winter in der Ukraine? Schicken Sie uns Ihre Meinun per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!