Früher war der Urlaubsdeal am Flughafen fast so sicher wie der Sonnenbrand am ersten Strandtag: Mit gepackten Koffern konnten Reisende zum Flughafen fahren und Last-Minute an ein beliebtes Urlaubsziel reisen. Für wenig Geld. Wer aber heute zu lange pokert, kann statt mit Cocktails am Pool zu sitzen, auch mit Frust auf das Konto schauen.
Urlauber müssen bei Last-Minute-Reisen noch flexibler sein
Zwar sind Last-Minute-Reisen nicht komplett tot, aber mit viel mehr Hürden verbunden als noch vor wenigen Jahren. Denn Urlauber müssen künftig flexibel sein.

Jonas Schulze Dieckhoff, Gründer des Reiseblogs „Urlaubstracker“, erklärt, warum echte Schnäppchen kurz vor dem Abflug seltener geworden sind. Wer ein Wunschziel und Hotel im Kopf hat, wird leer ausgehen, wie er der B.Z. erklärt.
Durch neue Algorithmen können Hotels und Airlines ziemlich genau berechnen, wann die Nachfrage am erwartbarsten ist. So gibt es mittlerweile viel weniger Restplätze in Hotels und Flugzeugen. Das panische Verramschen für wenig Geld fällt teilweise weg. Das spontane Flughafen-Wunder ist damit eher die Ausnahme als die Regel.
Wer zu lange wartet, kann auch schnell in der Kostenfalle landen. „Es kann teuer werden, falsch oder vor allem zu lange zu pokern: Viele warten und erwischen dann die Phase, in der es eher wieder teurer wird“, warnt Schulze Dieckhoff.
Gerade die Flugzeiten entpuppen sich häufig als Mogelpakete. Wer neun Nächte in einem Hotel bucht, kann das Pech haben erst einen Spätflug für die Anreise und einen Frühflug für die Abreise zu bekommen. Und schwupps, sind zwei komplette Urlaubstage dahin.
Bei Last-Minute-Deals sollte man kein bestimmtes Ziel haben
Trotzdem ist Last Minute nicht komplett abgeschrieben. Wer beim Ziel offen ist, kann noch Glück haben. „Nächste Woche liegt der beste Deal vielleicht gar nicht auf Mallorca, sondern auf Kreta – dann fliegen Sie lieber nach Kreta!“, rät der Experte. Gemeint ist: „Last-Minute lohnt sich, wenn Urlauber maximal flexibel sind. Also beim Reiseziel, beim Reisezeitraum und beim Abflughafen.“

Gerade westdeutsche Bürger haben Glück. Besonders in der Rhein-Ruhr-Region rund um Düsseldorf, Köln/Bonn und in Teilen sogar Maastricht (Niederlande) und Aachen, gibt es deutlich bessere Flugverbindungen. Hier liegen die Chancen auf einen günstigeren Abflug deutlich höher.
Besonders für Familien sind Last-Minute-Schnäppchen während der Ferienzeit sehr dünn. Wer sicher verreisen will, sollte nicht pokern, sondern früh buchen. Denn außerhalb der Ferienzeit zu verreisen, ist meist deutlich billiger. Laut Schulze Dieckhoff gibt es oft vor allem in der Nebensaison attraktive Angebote. Beispielsweise von Mitte September bis November.



