Krisen und politische Unsicherheiten treiben die Preise. Viele Urlauber drehen in diesem Jahr deswegen den Euro zweimal um. Auch steigende Spritpreise spielen eine Rolle, weshalb manche auf Flugreisen verzichten und stattdessen Urlaub in Deutschland planen. Doch ein genauer Blick zeigt: Inlandsreisen sind längst nicht immer günstiger.
Familienurlaub 2026: Preisvergleich für Ostsee, Mallorca, Türkei & mehr
Der KURIER hat gemeinsam mit der KI einen Preisvergleich durchgeführt und verschiedene Ziele gegenübergestellt: die Ostsee, Österreich, Bayern, Antalya (Türkei), Mallorca (Spanien) und Bulgarien. Grundlage der Auswertung ist eine vierköpfige Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter zwölf Jahren. Sie reist Ende Juli für eine Woche von Berlin aus und bucht ein 4-Sterne-Hotel mit Familienzimmer, mindestens Halbpension sowie Bademöglichkeiten für Kinder.
Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Besonders die Türkei und Bulgarien erweisen sich als preislich attraktive Alternativen. Benjamin Jacobi bestätigt diesen Trend. „In vielen Fällen ist es mittlerweile günstiger, mit dem Flugzeug ins Ausland zu reisen – etwa nach Bulgarien oder in die Türkei – und dort ein gutes Gesamtangebot zu buchen“, so der TUI-Deutschland-Chef. „Vor Ort summieren sich die Kosten in Deutschland oft zusätzlich: Die Kugel Eis, das Fischbrötchen oder andere Kleinigkeiten müssen jeweils extra bezahlt werden. Gerade für Familien, insbesondere mit Kindern, ist ein Urlaub im eigenen Land deshalb nicht immer die günstigste Option.“ Stimmt!

Ein Blick auf konkrete Angebote unterstreicht das: An der türkischen Riviera bekommen Urlauber derzeit besonders viel Leistung für ihr Geld, nicht zuletzt wegen der oft enthaltenen All-Inclusive-Verpflegung. So ist etwa das Aska Lara Resort & Spa für rund 2400 bis 3200 Euro buchbar, während das Concorde De Luxe Resort zwischen 3200 und 4200 Euro kostet. Ähnlich attraktiv zeigt sich Bulgarien. Am Goldstrand bei Varna liegt das Hotel Astoria für Familien bei etwa 2800 bis 3600 Euro, während am Sonnenstrand bei Burgas das Barcelo Royal Beach für rund 3200 bis 3800 Euro zu haben ist.
Deutschland-Urlaub kann teuer werden: Ostsee mit versteckten Zusatzkosten
Im Vergleich dazu wirken viele Urlaubsziele in Deutschland auf den ersten Blick ähnlich günstig. Tatsächlich wird der Urlaub dort aber oft teurer, weil zusätzliche Kosten für Verpflegung, Freizeitaktivitäten oder Ähnliches dazukommen. Für einen Aufenthalt an der Ostsee müssen Familien etwa im „aja“ Warnemünde zwischen 3200 und 4500 Euro einplanen, in der Villa Sano auf Rügen etwa 2400 bis 3300 Euro. Allerdings ist hier meist nur Halbpension enthalten, sodass weitere Ausgaben hinzukommen.

Viele Familien weichen deshalb auf Ferienwohnungen aus, doch auch hier wird es zunehmend schwierig, günstige Angebote zu finden. KURIER-Leser Stefan berichtet: „Seit Jahren fahren wir an die Ostsee und ich kann beobachten, dass durch den stetigen Preisanstieg mittlerweile viele Geschäfte, Restaurants und Freizeitaktivitäten den Bach runter gehen.“
Er fügt an: „Wir sind regelmäßig an den Greifswalder Bodden gefahren. Beim ersten Mal hat die Ferienwohnung vor zehn Jahren 609 Euro gekostet. Heute kostet die gleiche Ferienwohnung fast 1800 Euro. Jeweils für 14 Tage, 3 Personen. An der Ferienwohnung hat sich weder innen noch außen was geändert. Es ist nur noch Abzocke!“ Die sich viele Urlauber nicht mehr gefallen lassen. Doch wohin, wenn man mit dem Auto reisen möchte?
Auch klassische Nahziele wie Österreich oder Bayern sind kein Schnäppchen mehr. Für die Seevilla Freiberg in Zell am See müssen Familien zwischen 3000 und 4200 Euro einplanen, im Yachthotel Chiemsee in Bayern etwa 3200 bis 4800 Euro.
Mallorca bleibt zwar ein beliebtes Reiseziel, ist aber inzwischen deutlich teurer: Im Iberostar Playa de Muro liegen die Preise bei etwa 5200 bis 6000 Euro, das familienfreundliche Zafiro Cala Mesquida bewegt sich in einer ähnlichen Größenordnung. Günstigere Alternativen gibt es zwar, doch hier müssen oft Abstriche beim Hotelstandard oder bei der Verpflegung gemacht werden.





