Wer gerade seinen Sommerurlaub plant, sollte einen kurzen Blick auf die Website des Auswärtigen Amts werfen. In der zweiten Maiwoche hat die Behörde die Reise- und Sicherheitshinweise für 14 Länder aktualisiert, darunter einige der beliebtesten Fernreiseziele deutscher Urlauber. Von Dubai bis Südafrika, von Kenia bis Bolivien: Die Lage ist unübersichtlich, aber nicht überall gleich ernst.
Dubai und Katar: Dringendes Abraten
Die schärfste Einstufung trifft zwei der wichtigsten Drehkreuze im internationalen Flugverkehr. Von Reisen in die Vereinigten Arabischen Emirate wird vom Auswärtigen Amt dringend abgeraten. Für Katar gilt dasselbe. Ende Februar 2026 begannen militärische Auseinandersetzungen zwischen den USA, Israel und dem Iran. Am 8. April einigten sich die Parteien auf eine Waffenruhe, doch die Sicherheitslage in der gesamten Region bleibt angespannt.
Die formelle Reisewarnung wurde zum 1. Mai aufgehoben, die Ampel sprang von Rot auf Gelb. Pauschalreiseveranstalter müssen Flüge mit Umstieg in Dubai oder Doha nun nicht mehr stornieren, das kostenfreie Rücktrittsrecht entfällt.
Wer über Dubai oder Doha umsteigt, sollte dennoch Alternativrouten prüfen. Das Risiko einer kurzfristigen Verschärfung der Sicherheitslage und erneuter Einschränkungen des Flugverkehrs besteht unvermindert fort.

Südafrika liefert das Paradox dieser Reisesaison: Die Zahl deutscher Touristen stieg zuletzt um 31 Prozent, gleichzeitig warnt das Auswärtige Amt vor Besuchen der Innenstädte von Johannesburg, Pretoria und Durban, unabhängig von der Tageszeit. Aktuell kommen Sturmböen, überflutete Straßen und gestrichene Flüge am Flughafen Kapstadt hinzu.
Kenia und Bolivien: Treibstoffmangel und Streiks
In Kenia gibt es Treibstoffengpässe, und Teile mehrerer Regionen wurden wegen Bandenangriffen als besonders gefährdet eingestuft. In Bolivien ist die Lage noch konkreter: Seit Anfang Mai 2026 sitzen Touristen wegen eines unbefristeten Streiks fest, wichtige Verbindungsrouten sind blockiert. Das Auswärtige Amt rät, in der Unterkunft zu bleiben und Blockaden keinesfalls zu Fuß zu umgehen.
- VAE / Dubai
- Katar
- Südafrika
- Kenia
- Aserbaidschan
- Tschad
- Jamaika
- Namibia
- Bolivien
- Bangladesch
- Fidschi
- Dominica
- Grenada
- St.Lucia

Viele Urlauber kennen den Unterschied nicht, dabei ist er entscheidend. Eine Reisewarnung ist die höchste Stufe und kann bei Pauschalreisen ein starkes Argument für eine kostenfreie Stornierung sein. Wer eine Pauschalreise gebucht hat, kann bei bestehender Reisewarnung kostenfrei von der Reise zurücktreten.
Ein dringendes Abraten klingt ähnlich dramatisch, ist rechtlich aber eine Stufe darunter und begründet nicht automatisch ein kostenloses Stornorecht. Eine Teilreisewarnung betrifft nur bestimmte Regionen eines Landes. Sicherheitshinweise weisen auf erhöhte Risiken hin, lösen in der Regel aber keine Stornorechte aus.
Was Urlauber jetzt rechtlich beachten sollten
Warten Sie auf die offizielle Absage des Veranstalters, bevor Sie selbst kündigen. Und prüfen Sie Ihre Reiseversicherung auf Ausschlussklauseln, denn nicht jede Police greift bei einem dringenden Abraten automatisch.



