Einfach gruselig!

Seemonster am Strand gefunden: Das ist angeblich kein gutes Zeichen

Ein seltener Riemenfisch wurde an der Nordsee angespült – und sorgt für Aufsehen. Der geheimnisvolle Tiefseebewohner gilt vielen als schlechtes Omen.

Author - Florian Thalmann
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Von Riemenfischen gibt es nur sehr wenig Fotos - die Illustration zeigt, wie die Tiere aussehen. Ein großes Exemplar ist jetzt an einem Strand in Dänemark angespült worden.
Von Riemenfischen gibt es nur sehr wenig Fotos - die Illustration zeigt, wie die Tiere aussehen. Ein großes Exemplar ist jetzt an einem Strand in Dänemark angespült worden.Kristian Tuxen Ladegaard Berg/imago, Illustration: Berliner KURIER

Wochenlang beschäftigte der gestrandete Wal Timmy ganz Deutschland – doch nicht nur an der Ostseeküste hat man mit verirrten Meeresbewohnern zu tun. Auch an der Nordseeküste in Dänemark wurde jetzt ein Sonderling aus der Tiefsee angespült: Hier entdeckte eine Familie beim Strandspaziergang einen sogenannten Riemenfisch. Das Besondere: Wenn solche Fische an Land auftauchen, gilt das als schlechtes Omen. Angeblich können die Tiere den Weltuntergang vorhersehen …

Königsheringe werden bis zu acht Meter lang

Es sieht aus wie ein riesiger Aal – Königsheringe, die auch als Riemenfische bezeichnet werden, können tatsächlich bis zu acht Meter lang werden. Ein Exemplar der besonderen Tierart wurde jetzt am Nordseestrand im dänischen Løkken angespült.

Ein echtes Meeresungeheuer, das eigentlich in der Tiefe zu Hause ist und sich nur sehr selten in Richtung Strand verirrt. Der Fund des Riemenfischs war erst der vierte dokumentierte in der Geschichte von Dänemark, heißt es. Eine echte Seltenheit.

Eine niederländische Familie habe das Tier am Strand gefunden, teilt das Nordsee-Ozeanarium, ein dänisches Meeresmuseum, mit. „Das ist ein wirklich aufregender und ungewöhnlicher Fund. Wir wissen noch nicht viel über diese Art, daher ist jeder Fund ein unglaublich wertvoller Beitrag zur Wissenschaft“, sagt Kristina Ydesen, Chefbiologin des Museums. Der Riemenfisch sei jetzt für weitere Untersuchungen eingeschickt worden. „Wir sind gespannt, welche Erkenntnisse er uns liefert.“ Der Fisch sei in gutem Zustand gewesen – lediglich der Kopf habe gefehlt.

Ein echtes Seeungeheuer: Der Riemenfisch wurde am Strand von Dänemark angespült, eine Familie fand ihn beim Spaziergang.
Ein echtes Seeungeheuer: Der Riemenfisch wurde am Strand von Dänemark angespült, eine Familie fand ihn beim Spaziergang.Nordsee Oceanarium

Das Besondere an dem Fisch ist aber nicht nur seine ungewöhnliche Form und die Tatsache, dass er sich eigentlich nicht in Richtung Küste verirren sollte. Immerhin leben die Tiere in einer Tiefe von bis zu 900 Metern. Königsheringe genießen darüber hinaus einen äußerst schlechten Ruf. Ihnen wird nachgesagt, dass sie den Weltuntergang vorhersehen können. Und dass es ein sehr schlechtes Omen ist, wenn ein Riemenfisch am Strand angespült wird.

Sagen Riemenfische Naturkatastrophen voraus?

Forscher gehen davon aus, dass die Menschen früher glaubten, es handele sich um Seeungeheuer. Schon die reine Größe der Tiere ist beeindruckend: Riemenfische werden bis zu 270 Kilogramm schwer. Ihre Haut ist nicht so schuppig wie die anderer Fische, sondern eher glatt. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Königsheringe vielen Angst machten, als man noch nicht viel darüber wusste. Aber: Auch in der japanischen Mythologie spielen sie eine wichtige Rolle, werden hier sogar als „Botschafter aus dem Reich des Meeresgottes“ bezeichnet.

Gruselig und riesengroß: Im Ozeaneum in Stralsund ist die Nachbildung eines Riemenfisches ausgestellt.
Gruselig und riesengroß: Im Ozeaneum in Stralsund ist die Nachbildung eines Riemenfisches ausgestellt.imagebroker/imago

Ein angespülter Riemenfisch soll etwa Naturkatastrophen vorhersagen, darunter auch Erdbeben. Und es gibt tatsächlich Beispiele in der Geschichte, bei denen Riemenfische mit Unglücke in Verbindung gebracht werden könnten. 2011 gab es etwa das verheerende Tōhoku-Erdbeben, das die Katastrophe von Fukushima auslöste.

Laut Berichten wurden an den Küsten Japans vorher 20 Riemenfische angespült. Ein Zusammenhang zwischen Erdbeben und dem Auftauchen der Fische wurde auch schon von Wissenschaftlern untersucht. Das Ergebnis: Die Forscher sind sicher, dass es sich dabei lediglich um einen Aberglauben handelt.

Sind Sie abergläubisch und halten Sie es für möglich, dass solche Fische Naturkatastrophen vorhersagen können? Schicken Sie uns Ihre Meinung per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!