Briefmarken gibt es in Dänemark wohl bald nur noch im Museum. Ab Januar 2026 stellt die Dänische Post keine Briefe mehr zu. Öffentliche Briefkästen? Werden abmontiert. Wer einen Brief erwartet, muss ihn künftig selber abholen oder auf private Anbieter ausweichen. Ein radikaler Schritt, der für viel Aufregung sorgt.
Der Grund dafür ist ganz einfach: Kaum jemand in Dänemark schreibt heute noch Briefe. Die Zahl ist in den letzten 25 Jahren um mehr als 90 Prozent eingebrochen. Die Dänische Post macht nur noch Verluste. Deshalb konzentriert Sie sich künftig auf Pakete. Die Menschen bestellen mittlerweile online so viel wie nie zuvor. 81 % der Dänen kaufen mindestens einmal im Monat online ein, zeigt eine Studie der dänischen Wirtschaftsorganisation Dansk Industri.

Warum Deutschland anders als Dänemark tickt
Droht uns das auch in Deutschland? Die Antwort: Nein! Zumindest erstmal nicht. Hierzulande ist der Brief fast noch heilig und die Briefzustellung gesetzlich gesichert. Briefe müssen mindestens zweimal pro Woche zugestellt werden. So steht es im Gesetz. Selbst in entlegenen Gebieten ist das so. Außerdem muss es in jeder Gemeinde mit mehr als 2.000 Einwohnern eine Postfiliale geben. Gegen dieses Gesetz gibt es keinen politischen Gegenwind, also wird sich daran aktuell auch nichts ändern.
In Deutschland sprechen die Zahlen eine klare Sprache. Die Zahl der Briefe sinkt dramatisch. 2019 waren es noch 13,6 Milliarden, 2024 nur noch 10,3 Milliarden Sendungen im Umschlag. 95 Prozent der Briefe stammen übrigens von Unternehmen. Die klassische Privatpost? Fast verschwunden.
Post der Zukunft: Automaten ersetzen den Zusteller

Die Deutsche Post reagiert darauf mit Automatisierung statt Abschaffung. Paketstationen und Terminals ersetzen klassische Postfilialen. In Bayern beispielsweise gibt es bereits 17 sogenannte „Filialen ohne Personal“. Die Zustellung bleibt. Aber sie wird sich wohl deutlich verändern. Weniger Menschen, mehr Maschinen.




