Deutsche Post

Dänemark schafft Briefe ab – droht uns das auch?

Ab 2026 gibt es in Dänemark keine Briefzustellung mehr. Die Deutsche Post erklärt, warum uns das Brief-Aus nicht droht.

Author - Tobias Esters
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Privatpost? Kaum noch. Der Briefträger bringt meist nur noch Post von Unternehmen.
Privatpost? Kaum noch. Der Briefträger bringt meist nur noch Post von Unternehmen.Monika Skolimowska/dpa

Briefmarken gibt es in Dänemark wohl bald nur noch im Museum. Ab Januar 2026 stellt die Dänische Post keine Briefe mehr zu. Öffentliche Briefkästen? Werden abmontiert. Wer einen Brief erwartet, muss ihn künftig selber abholen oder auf private Anbieter ausweichen. Ein radikaler Schritt, der für viel Aufregung sorgt.

Der Grund dafür ist ganz einfach: Kaum jemand in Dänemark schreibt heute noch Briefe. Die Zahl ist in den letzten 25 Jahren um mehr als 90 Prozent eingebrochen. Die Dänische Post macht nur noch Verluste. Deshalb konzentriert Sie sich künftig auf Pakete. Die Menschen bestellen mittlerweile online so viel wie nie zuvor. 81 % der Dänen kaufen mindestens einmal im Monat online ein, zeigt eine Studie der dänischen Wirtschaftsorganisation Dansk Industri.

Diese kultigen roten Briefkästen sind in Dänemark bald Geschichte. Die Briefzustellung wird abgeschafft.
Diese kultigen roten Briefkästen sind in Dänemark bald Geschichte. Die Briefzustellung wird abgeschafft.Imagebroker/IMAGO

Warum Deutschland anders als Dänemark tickt

Droht uns das auch in Deutschland? Die Antwort: Nein! Zumindest erstmal nicht. Hierzulande ist der Brief fast noch heilig und die Briefzustellung gesetzlich gesichert. Briefe müssen mindestens zweimal pro Woche zugestellt werden. So steht es im Gesetz. Selbst in entlegenen Gebieten ist das so. Außerdem muss es in jeder Gemeinde mit mehr als 2.000 Einwohnern eine Postfiliale geben. Gegen dieses Gesetz gibt es keinen politischen Gegenwind, also wird sich daran aktuell auch nichts ändern.

In Deutschland sprechen die Zahlen eine klare Sprache. Die Zahl der Briefe sinkt dramatisch. 2019 waren es noch 13,6 Milliarden, 2024 nur noch 10,3 Milliarden Sendungen im Umschlag. 95 Prozent der Briefe stammen übrigens von Unternehmen. Die klassische Privatpost? Fast verschwunden.

Post der Zukunft: Automaten ersetzen den Zusteller

So könnte die Zukunft des Briefes in Deutschland aussehen. Digitale Briefstationen ersetzen den Postboten.
So könnte die Zukunft des Briefes in Deutschland aussehen. Digitale Briefstationen ersetzen den Postboten.Thorsten Wagner/IMAGO

Die Deutsche Post reagiert darauf mit Automatisierung statt Abschaffung. Paketstationen und Terminals ersetzen klassische Postfilialen. In Bayern beispielsweise gibt es bereits 17 sogenannte „Filialen ohne Personal“. Die Zustellung bleibt. Aber sie wird sich wohl deutlich verändern. Weniger Menschen, mehr Maschinen.

Die Briefe verschwinden in den kommenden Jahren nicht, erklärt die Deutsche Post auf bild.de. Statt dem Postboten könnten bald Automaten und digitale Lösungen übernehmen. Für viele klingt das nach Fortschritt, für andere ist es das Ende einer Ära.