Keine Signale!

Ist Buckelwal Timmy doch tot – oder hat Hope ein Geheimnis?

Der Tracker von Buckelwal Timmy sendet keine Signale mehr. Ist der Meeressäuger gestorben – oder steckt ein technisches Problem dahinter?

Author - Florian Thalmann
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Viele seiner Fans würden gern sehen, dass Timmy durch die Weltmeere tobt. Doch wie es dem Wal geht, ist momentan vollkommen unklar.
Viele seiner Fans würden gern sehen, dass Timmy durch die Weltmeere tobt. Doch wie es dem Wal geht, ist momentan vollkommen unklar.Philip Dulian/dpa, Jose Jacome/dpa

Zehn Tage ist es her, dass der vorher an der Ostsee gestrandete Buckelwal Timmy, den manche auch „Hope“ nannten, in der Nordsee aus seiner Barge geholt wurde und in die Freiheit schwamm. Zehn Tage, die für Fans des Wals Tage voller Hoffen und Bangen waren. Doch ob Timmy lebt oder nicht, dazu gibt es noch immer keine klaren Erkenntnisse. Nun schockt Karin Walter-Mommert, die die Rettungsaktion mitfinanzierte, mit neuen Informationen zum Tracker, der an Hope befestigt wurde. Aktuell sendet er keine Signale. Ist der Wal also doch tot – oder hat er ein kleines Geheimnis, mit dem er uns alle in die Irre führt?

Timmy hat einen Tracker an der Rückenflosse

Vor der Freilassung von Timmy wurde ein Tracker an seiner Rückenflosse festgeschraubt – das kleine Hilfsmittel sollte die Wal-Experten über die Position des Tiers auf dem Laufenden halten. Doch bisher ist Timmys Lage völlig unklar. In den Tagen nach der Rettung wurde berichtet, dass der Tracker schweigt. Und dann hieß es plötzlich wieder, dass man Signale von Timmy erhalten habe. Doch nun scheint das technische Hilfsmittel zu schweigen. „Im Moment haben wir keine Signale mehr“, sagte Karin Walter-Mommert, die zu den Geldgebern der Rettungsaktion gehört, der BILD.

Das Problem: Wale sind Säugetiere – und müssen zum Atmen auftauchen. Der Tracker, der an Timmys Rückenflosse hängt, wird genau dann aktiviert und sendet ein Signal, das den Experten die ungefähre Position des Tiers übermittelt. Seit Sonntag seien nun keine Lebenszeichen mehr eingegangen. Für die einen ist das ein sicheres Zeichen, dass Hope tot sein muss.

Ist der Wal in Wirklichkeit schon zu einem sogenannten „Walsturz“ geworden? Dieser Begriff bezeichnet den Kadaver eines Wals, der nach dem Tod des Tiers auf den Meeresboden absinkt, sich dort zu einem Lebensraum für zahlreiche große und kleine Tiefseetiere entwickelt, die in der nährstoffreichen Umgebung leben können.

Wal Timmy in seiner Barge auf dem WEg in die Nordsee. Am 2. Mai wurde er aus dem schwimmenden Untersatz befreit.
Wal Timmy in seiner Barge auf dem WEg in die Nordsee. Am 2. Mai wurde er aus dem schwimmenden Untersatz befreit.Philip Dulian/dpa

Doch es gibt noch eine andere Theorie. Könnte es beispielsweise sein, dass der Tracker einfach kaputtgegangen ist? „Ich habe aber auch die Befürchtung, dass der Tracker bei der unsachgemäßen Freilassung, die wir so nicht wollten, beschädigt worden sein könnte“, sagt Walter-Mommert. Denn was genau auf dem Schiff passierte und wie genau Hope von der Barge befreit wurde, ist nicht ganz klar.

Streit wegen Rettung von Wal Timmy schwelt weiter

Seit der Freilassung schwelt ein Streit zwischen den Tierschützern, die die Rettungsaktion begleiteten, und der Crew. So warfen die Tierschützer der Crew des Schiffes vor, Timmy von der Barge gezogen zu haben – etwas, was man mit Walen eigentlich nicht machen darf, weil ihre Wirbelsäulen nicht darauf ausgelegt sind, dass an ihren Körpern gezogen wird. Die Reederei hatte den Darstellungen widersprochen und die Crew verteidigt.

Vor der Rettungsaktion wurde ein Tracker an Timmys Rückenflosse befestigt. Ob das Gerät noch funktioniert, ist aktuell unklar.
Vor der Rettungsaktion wurde ein Tracker an Timmys Rückenflosse befestigt. Ob das Gerät noch funktioniert, ist aktuell unklar.Philip Dulian/dpa

Möglich ist allerdings auch, dass der Tracker von Anfang an nicht richtig funktionierte. Möglich ist laut Walter-Mommert beispielsweise auch, dass das Gerät einfach nicht richtig eingestellt wurde. „Buckelwale tauchen zum Teil nur für wenige Sekunden auf. Das könnte dann nicht reichen, dass ein Signal gesendet wird“ ,sagt sie.  

Das Gerät sei vor der Montage an Timmys Flosse nicht getestet worden. Zumindest am Akku dürfte es nicht liegen – die Laufzeit bei solchen Trackern liegt laut einem Experten zwischen drei und zwölf Monaten.

Geht es Timmy in Wirklichkeit sehr gut?

Es ist eine schöne Idee: Hope geht es sehr gut, an seiner Rückenflosse hängt das kaputte Gerät. Es wäre ein kleines Geheimnis, das der Wal definitiv für sich behalten würde – das Rätsel würde sich vermutlich niemals ganz aufklären. Viele Fans des Wals dürften hoffen, dass er noch lebt, dass der kaputte Tracker die richtige Erklärung für Timmys Verschwinden ist. Es ist eine Theorie, die den Menschen, die über Wochen mit Hope mitfieberten, jetzt noch etwas Hoffnung gibt.

Haben Sie die Geschichte von Wal Timmy verfolgt? Schicken Sie uns Ihre Meinung per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!