Ein weiteres Mal blickte ganz Deutschland nach Mecklenburg-Vorpommern: Am Mittwoch wurde der Prozess im Mordfall Fabian aus Güstrow vor dem Landgericht Rostock fortgesetzt. Die 30 Jahre alte Gina H. muss sich vor Gericht verantworten – laut Anklage soll sie den kleinen Fabian am 10. Oktober an einem Tümpel bei Klein Upahl getötet haben. Zum größten Rätsel des Verfahrens gehört die Beziehung zwischen Gina H. und Fabians Vater. Am neuen Verhandlungstag kamen nun auch neue, brisante Nachrichten ans Licht.
Fall Fabian: Sein Vater stellte sich hinter Gina H.
Bereits in der vergangenen Woche schockte der Prozess um den Mord an Fabian ganz Deutschland. Denn an zwei Verhandlungstagen sagte Matthias R. aus, der Vater des kleinen Fabian. Er ist zugleich der Ex-Partner von Gina H, der Hauptverdächtigen in dem Mordfall.
Bei der Verhandlung kam es zu einer Überraschung: Im Prozess kam unter anderem ans Licht, dass er und Gina H. wieder ein Paar sind. Im Gefängnis hätten sich die beiden wieder angenähert, denn dort habe er sie regelmäßig besucht. Bei der Vernehmung wurde klar: Matthias R. ist von der Unschuld der Hauptverdächtigen überzeugt.
Die Beziehung der beiden ist für die Ermittler im Fall Fabian nicht unwichtig – in der Anklageschrift wird sie sogar als mögliches Motiv für die Tat angeführt. Dort heißt es, dass die endgültige Trennung zwischen Gina H. und Matthias R. zu der Tat geführt haben soll – und dass Gina H. mit dem Mord an Fabian die Beziehung retten wollte.

Der Hintergrund: Fabian soll während der Beziehung eine körperliche Auseinandersetzung zwischen Gina H. und Matthias R. beobachtet haben, daraufhin soll der Kontakt zwischen Vater und Sohn abgebrochen sein. Als die Trennung zwischen Gina H. und dem Vater erfolgte, kamen Fabian und sein Papa sich aber wieder näher. Doch Gina H. wollte die Beziehung zu Matthias R. nicht aufgeben und kämpfte weiter. Allerdings ohne Erfolg, denn Matthias R. wollte den neuen Kontakt zu seinem Sohn nicht gefährden.
Sprachnachrichten enthüllen Details über Gina H.
Im Prozess im Mordfall Fabian wurden jetzt auch Sprachnachrichten abgespielt, die ein neues Licht auf den Umgang von Gina H. mit der Trennung werfen – und die BILD in einem Bericht dokumentiert hat. Sie zeigen, wie sehr die 30-Jährige offenbar litt, als die Beziehung zerbrach. So sagte sie in einer Nachricht an eine Freundin: „Mich hat noch nie eine Trennung so zerstört wie die mit Matthias.“ An Fabians Vater selbst schickte sie eine Nachricht: „Du weißt, dass ich in deinem Leben im Mittelpunkt stehen möchte. Nur für dich.“
Laut Berichten sagte sie danach unter Tränen: „Wenn du sagst, dass du mich liebst, dann geht man nicht, dann kämpft man weiter.“ In weiteren Nachrichten soll sie Fabians Vater regelrecht angebettelt haben, zu ihr zurückzukommen. „Ich liebe dich doch über alles und das habe ich schon immer getan“, sagte sie laut Berichten in einer Nachricht vom 17. August, kurz nach der Trennung. „Bitte. Bitte komm her. Bitte. Ich brauche dich. Bitte. Bitte.“ Vor Gericht wurde auch besprochen, dass Gina H. Fabians Vater immer wieder anrief – allein am 18. August seien es 40 Anrufversuche gewesen.

Etwas später soll Gina H. Fabians Vater dann auch Vorwürfe gemacht haben. „Bin nur noch auf fremde Hilfe angewiesen. Weil du mir alles weggenommen hast. Alles.“ Auch eine andere Nachricht hat Brisanz: Mehrere Nachrichten zeigen, dass Fabians Vater Gina H. Kontrollzwang vorwarf. „Soll ich am besten noch Bescheid sagen, wann ich auf die Toilette gehe und wann nicht?“, soll er gefragt haben.
Anklage: Gina H. erbost über Trennung von Fabians Vater
Die Staatsanwaltschaft ist sicher: „Mehrere Versuche der Angeklagten, die Beziehung mit Matthias R. erneut aufleben zu lassen, scheiterten auch daran, dass dieser einen erneuten Kontaktabbruch zu seinem Sohn nicht riskieren wollte.“ In der Anklageschrieft heißt es, Matthias R. habe Gina H. am 9. Oktober mitgeteilt, dass er die Beziehung nicht fortsetzen möchte.



