Der Vater des getöteten Fabian aus Güstrow – er sorgte mit seinen Aussagen in der vergangenen Woche in ganz Deutschland für Kopfschütteln. Im Prozess um den Mord an seinem Sohn hatte er sich immer wieder hinter die Tatverdächtige Gina H. gestellt. Herausgekommen war sogar, dass die beiden wieder ein Paar sind – und dass er sie in der Untersuchungshaft besuchte. Nun hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Matthias R. eingeleitet. Und die ganze Welt fragt sich: Hat er etwas mit dem Mord zu tun?
Ermittlungen gegen Vater von Fabina eingeleitet
Diese Meldung kommt plötzlich: Am vierten Prozesstag hat die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Matthias R. eingeleitet, den Vater des getöteten Fabian. Der Grund laut Berichten: Er wird verdächtigt, vor Gericht falsch ausgesagt zu haben.
Laut Staatsanwaltschaft sei bei seinen Aussagen deutlich geworden, dass Matthias R. nicht an einer objektiven Wahrheitsfindung interessiert gewesen sei. Außerdem heißt es, er habe in dem Fall falsche Angaben gemacht.
Allerdings beziehen sich die Entwicklungen nur um die Aussagen im Prozess – Matthias R. wird damit nicht zum Tatverdächtigen im Fall Fabian. Welche Folgen das Ermittlungsverfahren hat, wird sich zeigen. Sollte es zu einer Verhandlung zu diesem Vorwurf kommen, wird diese erst abgekoppelt vom Prozess um den Mord an Fabian stattfinden.
Die Staatsanwaltschaft hatte am dritten Prozesstag bereits angedeutet, dass es zu dem Schritt kommen könnte. Oberstaatsanwalt Harald Nowack hatte darauf hingewiesen, dass man Ermittlungen einleiten werde, falls sich herausstellt, dass Matthias R. vor Gericht nicht die Wahrheit gesagt habe.

Matthias R. hatte sich bei seinen Aussagen in Widersprüche verstrickt – und etwa Aussagen, die er zur Beziehung mit Gina H. gemacht hatte, plötzlich relativiert. Während er nun berichtete, die Beziehung sei harmonisch gewesen, zeigte sich schon Minuten später, dass es zwischen ihm und Gina H. Probleme gab.
Zwischen Gina H. und Fabians Vater gab es Probleme
In Sprachnachrichten, die vor Gericht vorgespielt wurden, ging es beispielsweise um den angeblichen Kontrollzwang von Gina H. In einer Nachricht fragte Matthias R. die 30-Jährige: „Soll ich am besten noch Bescheid sagen, wann ich auf Toilette gehe und wann nicht?“
In einer anderen Nachricht berichtet Matthias R., Gina H. habe in einem Gespräch über seine große Arbeitsbelastung zu ihm gesagt: „Hör auf zu jammern, stell dich nicht so an, andere machen das auch!“ T

Das sagte die Anwältin von Fabians Mutter dazu
Auch Christine Habetha, die Anwältin von Fabians Mutter Dorina L., hatte sich bereits zu den Aussagen des Vaters geäußert. „Schon aus der Akte war erkennbar, dass er sich ganz auf die Seite seiner jetzt wieder Partnerin geschlagen hat“, sagte sie in Interview auf dem Youtube-Kanal „Jens fragt nach“.
„Bei einer Aussage ,Ich glaube an ihre Unschuld‘ haben Sie keinen Argumentationsbedarf, denn der Glaube ist der Rationalität nicht zugänglich.“ Fabians Vater sei für Widersprüche, die offenkundig seien, nicht zugänglich. „Er hört sie, aber er nimmt sie nicht zur Kenntnis.“
Er und die Angeklagte hätten sich vor Gericht wohlwollend in die Augen geschaut, sich zugenickt. „Ich sage immer: die höchste Stufe der Manipulation ist dann erreicht, wenn der Manipulierte nicht mal im Ansatz ahnt, wie ihm geschieht.“
Die Angeklagte Gina H. beherrsche das perfekt. Auch für die Mutter von Fabian sei all das schlimm. Es tue weh, wenn man sehen müsse, dass sich der Vater von Fabian so von den Ermittlungen distanziert. „Aber irgendwann spürt sie diesen Schmerz auch nicht mehr.“


