Der Warenhauskonzern Galeria überprüft bundesweit 33 Filialen auf ihre Wirtschaftlichkeit. Betroffen sind auch mehrere Standorte in Ostdeutschland. Ob und wie es mit den Filialen weitergeht, hängt jetzt von den Gesprächen mit den jeweiligen Vermietern ab.
Vier Galeria-Standorte in Berlin sind betroffen
Nach Angaben des Unternehmens sollen an allen betroffenen Standorten Gespräche über die Miethöhe und mögliche Anpassungen der Verkaufsflächen geführt werden. Ziel ist es, die Filialen dauerhaft wirtschaftlich zu betreiben. Sollte keine passende Lösung gefunden werden, sei die Fortführung der jeweiligen Häuser gefährdet.

Konkret geht es in Berlin um die Häuser am Alexanderplatz, Hermannplatz, Kurfürstendamm und in Spandau. In Brandenburg geht es um die Filiale in Potsdam, in Mecklenburg-Vorpommern um Wismar und in Sachsen-Anhalt um Magdeburg.
Bei einigen Standorten laufen die Verhandlungen bereits, bei anderen sollen sie nun beginnen. „Wir werden jeden Standort einzeln und ergebnisoffen betrachten“, sagte Geschäftsführer Tilo Hellenbock. Bereits im Juni war bekannt geworden, dass rund 30 der damals 83 Filialen als gefährdet gelten.
- Baden-Württemberg: Freiburg (Europaplatz), Heilbronn, Mannheim, Offenburg, Singen
- Bayern: Aschaffenburg, Bayreuth, Memmingen, München (Rotkreuzplatz), Würzburg
- Berlin: Alexanderplatz, Hermannplatz, Kurfürstendamm, Spandau
- Brandenburg: Potsdam
- Hamburg: Eimsbüttel
- Hessen: Bad Homburg, Limburg an der Lahn
- Mecklenburg-Vorpommern: Wismar
- Niedersachsen: Braunschweig, Oldenburg
- Nordrhein-Westfalen: Euskirchen, Kleve, Köln (Breite Straße, Hohe Straße, Nippes), Mülheim (Rhein-Ruhr Zentrum), Münster (Salzstraße)
- Rheinland-Pfalz: Bad Kreuznach, Koblenz, Mainz, Speyer
- Sachsen-Anhalt: Magdeburg
Warum gerade diese Kaufhäuser betroffen sind
Nach Angaben von Galeria wurden die 33 Standorte unter anderem nach ihrer Mietbelastung und ihrer Ertragskraft ausgewählt. Doch auch die übrigen 50 Filialen bleiben nicht außen vor. Das Unternehmen kündigte an, bundesweit mit Vermietern über bessere Konditionen zu sprechen. Außerdem werden mögliche Umzüge in geeignetere Immobilien und sogar Neueröffnungen geprüft.
Erst vor wenigen Tagen erhielt Galeria eine neue Kreditlinie von bis zu 160 Millionen Euro. Das Geld kommt von der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers und ist an einen Sanierungsplan gekoppelt, der weitere Filialschließungen vorsieht. Mit dem Kredit sollen unter anderem offene Mietzahlungen beglichen und ein bestehender Kredit des Minderheitsgesellschafters Bain Capital abgelöst werden.


