Paukenschlag um den Warenhaus-Konzern Galeria: Die angeschlagene Kaufhauskette hat einen neuen Kredit im Wert von 160 Millionen Euro erhalten. Das Geld ist geknüpft an einen auf drei Jahre angelegten Sanierungsplan. Das heißt: Galeria muss sich neu aufstellen – und dabei sicherlich auch Mitarbeiter entlassen und Warenhäuser schließen. Welche es sein werden? Das ist bisher noch vollkommen unklar.
Millionenkredit verschafft Galeria etwas Luft
Mit dem Millionenkredit wurde der angeschlagenen Warenhauskette erst einmal etwas Luft verschafft. Nun liegt aber auch eine Menge Arbeit vor Galeria: Es muss unter anderem geprüft werden, welche Kaufhaus-Standorte überhaupt noch rentabel sind. „Wir durchleuchten das gesamte Filialnetz, denn jedes Haus soll künftig wirtschaftlich tragfähig sein“, sagt Galeria-Geschäftsführer Tilo Hellenbock.
Nach den drei Jahren dürfte das Netz der Kaufhäuser von Galeria ein Stück geschrumpft sein. Insgesamt gehören aktuell 83 Warenhäuser zum Konzern – davon gelten laut Berichten 30 als Wackelkandidaten.
Das Unternehmen selbst formuliert es etwas klangvoller: „Zentraler Baustein in dem umfassenden Maßnahmenbündel für die Neuausrichtung ist ein optimiertes Warenhausnetz. Maßgeblich ist die nachhaltige, wirtschaftliche Tragfähigkeit jedes einzelnen Standortes.“

Details zur Zukunft der Filialen sind noch nicht bekannt. „Die genaue Zahl und Zusammensetzung der fortzuführenden Warenhäuser wird sich im Verlauf der Verhandlungen ergeben“, heißt es aus dem Unternehmen. Doch Hellenbock sagt: „In einigen Filialen müssen sich in diesem Kontext Rahmenparameter deutlich ändern.“ Für viele Mitarbeiter dürfte das sicherlich herbe Einschnitte mit sich bringen.
Was wird aus dem Kaufhaus am Alexanderplatz?
Die große Frage ist: Was bedeutet das für die Zukunft von Berlins berühmtem Warenhaus am Alexanderplatz? Auch das ist unklar. Die Verkaufsfläche in dem Kaufhaus soll in der Zukunft stark verkleinert werden – hier soll die Zentral- und Landesbibliothek Berlin in Teile des Gebäudes einziehen. Mit der geschrumpften Fläche hätte Galeria hier laut Berichten vielleicht eine Perspektive.


