Einzelhandel

Ärger um Galeria: Am Berliner Alex ist die Miete weiter offen

Ausstehende Mietzahlungen belasten die Filiale am Alexanderplatz, während der Vermieter Commerz Real eine Lösung fordert.

Author - Sebastian Krause
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Es gibt weiter Ärger um Galeria. Mehrere Vermieter pochen auf Mietzahlungen.
Es gibt weiter Ärger um Galeria. Mehrere Vermieter pochen auf Mietzahlungen.Sebastian Gollnow/dpa

Bei Galeria gibt es weiter Ärger um ausstehende Mietzahlungen – betroffen ist auch die Filiale am Berliner Alexanderplatz. „Die Miete für April und auch für März wurde noch nicht voll gezahlt, die Miete für Mai ist Galeria nach wie vor säumig“, sagte ein Sprecher von Commerz Real, dem Eigentümer der Immobilie.

Vermieter erhöht den Druck auf Galeria

Man bemühe sich zwar um eine Lösung, sondiere aber auch Alternativen. Zugleich erhöhte Commerz Real den Druck auf die Eigentümer der Warenhauskette und forderte sie auf, „stärker als bisher ihrer Betreiberverantwortung nachzukommen, zum Beispiel bei Instandhaltungen und dringend notwendigen Renovierungen“.

Vertrag läuft noch bis März 2027

Erwartet würden demnach deutliche strategische Investitionen in die Modernisierung des Einzelhandelskonzepts. Dabei hatten sich beide Seiten erst im Februar auf eine Verlängerung der Nutzungsvereinbarung bis Ende März 2027 verständigt.

Galeria Kaufhof beschäftigt rund 12.000 Menschen und betreibt aktuell 83 Warenhäuser.
Galeria Kaufhof beschäftigt rund 12.000 Menschen und betreibt aktuell 83 Warenhäuser.Monika Skolimowska/dpa

Auch ein weiterer Vermieter bestätigte auf Nachfrage, dass Galeria die Miete im April und Mai nicht gezahlt habe. Das Unternehmen wollte sich zu laufenden Gesprächen und Verhandlungen mit Vertragspartnern nicht äußern, dementierte die Vorwürfe aber nicht.

Galeria erreichen Klagen von mehreren Vermietern

Schon vor einigen Wochen hatten mehrere Vermieter beklagt, dass Mietzahlungen ausgeblieben seien. Galeria erklärte das mit Schwankungen der Liquidität und räumte ein, die Vermieter um eine Stundung gebeten zu haben. Das sei jedoch nicht überall akzeptiert worden.

Die Miete für April und auch für März wurde noch nicht voll gezahlt, die Miete für Mai ist Galeria nach wie vor säumig.

Sprecher, Commerz Real

In einigen Fällen seien Zahlungen während laufender Verhandlungen zunächst gestoppt worden, sollten aber nachgeholt werden. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Unternehmenskreisen erfuhr, führt Galeria derzeit Gespräche über einen neuen Großkredit. Der Konzern beschäftigt rund 12.000 Menschen und betreibt aktuell 83 Warenhäuser.

Auch Filialen in Berlin sollen schließen

Doch das Filialnetz könnte weiter schrumpfen. Bereits im März hatte die Kette mitgeteilt, die Mietverträge von acht Standorten neu verhandeln zu wollen. Schließungen seien nicht ausgeschlossen, hieß es. Betroffen sind Filialen in München (Rotkreuzplatz), Berlin (Kurfürstendamm, Hermannplatz), Köln (Hohe Straße, Breite Straße), Mannheim, Braunschweig und Aschaffenburg. Als Grund nannte das Unternehmen die angespannte Lage im innerstädtischen Einzelhandel.

Für Galeria ist es der nächste Rückschlag in einer langen Krise. Anfang 2024 hatte die Warenhauskette zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet. Auslöser waren unter anderem die finanzielle Schieflage des Mutterkonzerns Signa sowie hohe Mietkosten. Im Sommer 2024 wurden bereits neun Standorte geschlossen. Seitdem gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com