Rekord-Spritpreise

Spritpaket kommt, doch Polens Zapfsäulen bleiben günstiger

Das neue Spritpaket soll Preissprünge an deutschen Tankstellen bremsen. In Polen ist Sprit oft deutlich günstiger. Wie lange noch?

Author - Sebastian Karkos
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So sahen die Spritpreise Donnerstagmittag am S-Bahnhof Grünau aus.
So sahen die Spritpreise Donnerstagmittag am S-Bahnhof Grünau aus.Matthias Koch/imago

Wird Tanken jetzt günstiger? Der Bundestag hat am Donnerstag das neue Spritpaket beschlossen, das noch vor Ostern in Kraft treten soll. Vier Wochen nach Beginn des Iran-Kriegs befinden sich die Tankstellenpreise in Deutschland auf einem Höchststand.

Künftig darf der Preis nur einmal am Tag erhöht werden

Das Maßnahmenpaket sieht vor, dass Tankstellen künftig nur noch einmal am Tag (12 Uhr) die Preise erhöhen dürfen. Preissenkungen hingegen sollen jederzeit möglich sein. Im Durchschnitt meldet eine Tankstelle pro Tag rund 20 Preisveränderungen, in der Spitze sind es bis zu 50.

Zudem erhält das Bundeskartellamt mehr Befugnisse gegen überhöhte Preise. Bei der Verschärfung des Kartellrechts geht es um eine Beweislastumkehr: Unternehmen sollen künftig nachweisen müssen, dass Preissteigerungen sachlich gerechtfertigt sind. Dadurch soll es für das Kartellamt deutlich leichter werden, gegen überhöhte Spritpreise vorzugehen.

An der Total-Tankstelle am S-Bahnhof Grünau herrschte Donnerstagmittag Ruhe.
An der Total-Tankstelle am S-Bahnhof Grünau herrschte Donnerstagmittag Ruhe.Matthias Koch/imago

Doch kommt das Paket am Ende wirklich beim Verbraucher an?
Die schwarz-rote Koalition verspricht sich nach österreichischem Vorbild mehr Verlässlichkeit durch weniger Preiserhöhungen sowie mehr Transparenz. Verstöße gegen das geplante Verbot mehrfacher Preiserhöhungen können mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 Euro geahndet werden.

Zusätzliche Maßnahmen sind in der Diskussion

Weitere Maßnahmen könnten folgen: Im Gespräch sind eine befristete Senkung der Energiesteuer, eine höhere Pendlerpauschale sowie ein Preisdeckel für Benzin und Diesel.

Der Preis für Diesel ist an deutschen Tankstellen laut ADAC im Wochenvergleich massiv gestiegen. Durchschnittlich kostete ein Liter zuletzt 2,288 Euro – 12,6 Cent mehr als in der Vorwoche, wie der ADAC am Mittwoch mitteilte. Benzin verteuerte sich auf durchschnittlich 2,074 Euro pro Liter; der Anstieg fiel mit 3,2 Cent jedoch deutlich geringer aus. Heißt: Im Laufe der Woche dürften die Kraftstoffe ihre jeweiligen Jahreshöchststände erreichen. Der Dieselpreis nähert sich seinem Allzeithoch an, das im März 2022 bei 2,321 Euro lag.

Mitte März bildeten sich an dieser Tankstelle in Leknica, auf der anderen Seite von Bad Muskau, dank deutscher Kunden lange Schlangen.
Mitte März bildeten sich an dieser Tankstelle in Leknica, auf der anderen Seite von Bad Muskau, dank deutscher Kunden lange Schlangen.Frank Hammerschmidt/DPA

Viele Berliner und Brandenburger nutzten in den vergangenen Wochen Tankstellen in Polen. Doch auch dort steigen die Preise – wenn auch langsamer als in Deutschland. Lag die Differenz Anfang des Monats noch bei bis zu 70 Cent pro Liter, beträgt sie derzeit noch knapp 30 Cent. Am Donnerstag kostete bleifreies Superbenzin in Polen im Schnitt 1,67 Euro. In Berlin lag der Preis Donnerstagmittag bei knapp über zwei Euro.

Gut zu wissen: Die Woiwodschaft Lebus (direkt hinter Frankfurt (Oder)) gehört zu den günstigsten Tankregionen in Polen. Ob sich ein Ausflug dorthin für deutsche Autofahrer allerdings weiterhin lohnt? Auch in Polen sollen die Preise weiter steigen …

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Glauben Sie, dass die Kraftstoffe in Deutschland nun günstiger werden? Bitte schreiben Sie uns:leser-bk@berlinerverlag.com