Busse und Bahnen bleiben im Depot

Streik am Montag! BVG betroffen, Berlin steht still, alle Details

Es geht um 100.000 Beschäftigte in 150 städtischen Verkehrsunternehmen. auch der Verkehr in Berlin kommt zum Erliegen.

Author - Stefan Henseke
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Am Montag wird bundesweit der Nahverkehr bestreikt.
Am Montag wird bundesweit der Nahverkehr bestreikt.IMAGO/Florian Gaertner

Schock für alle, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind: Die Gewerkschaft Verdi hat in allen Bundesländern in Deutschland zum Streik aufgerufen. Am Montag soll der Verkehr in ganz Deutschland zum Erliegen kommen. Hintergrund sind Tarifverhandlungen – die Gewerkschaft zeigt sich kampfbereit.

Bundesweiter Streik am Montag: Das steckt dahinter

„Mit dem Streikaufruf setzen wir ein klares Signal der Entschlossenheit. Die Beschäftigten sind bereit, für ihre Forderungen zu kämpfen“, hießt es von Verdi. Die Gewerkschaft führt in den Bundesländern aktuell Verhandlungen mit kommunalen Arbeitgeberverbänden, fordert unter anderem bessere Arbeitsbedingungen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

Konkret geht es um eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit und der Schichtzeiten, außerdem sollen die Ruhezeiten verlängert werden. In einigen Bundesländern geht es außerdem um mehr Geld für die Beschäftigten – über höhere Gehälter wird demnach in Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn verhandelt.

„Die Beschäftigten im ÖPNV stehen unter hoher Belastung durch extrem ungünstige Arbeitszeiten, Schichtarbeit und ständigen Zeitdruck“, heißt es von Christine Behle, der stellvertretenden Chefin von Verdi. „Wir brauchen hier dringend Verbesserungen, um die hohe Fluktuation zu stoppen und wieder verlässlich Fachkräfte für den öffentlichen Nahverkehr zu finden.“

Die Beschäftigten in Nahverkehrsunternehmen in ganz Deutschland sind am Montag zum Streik aufgerufen.
Die Beschäftigten in Nahverkehrsunternehmen in ganz Deutschland sind am Montag zum Streik aufgerufen.Peter Kneffel/dpa

Gesamter Nahverkehr soll Montag zum Erliegen kommen

Die Gewerkschaft kritisiert, dass die Arbeitgeber nicht nur jede Verbesserung für die Mitarbeiter verweigern, sondern die Zustände teils noch verschlechtern wollen. „Teils sollen Belastungen sogar erhöht werden, etwa durch längere Schichten oder die Streichung des Krankengeldzuschusses“, teilt die Gewerkschaft mit. Von den aktuellen Verhandlungen betroffen sind 100.000 Beschäftigte in 150 städtischen Verkehrsunternehmen in ganz Deutschland.

Die BVG fürchtet, dass die gerade enteisten Oberleitungen der Tram wieder vereisen könnten, wenn sie jetzt nicht befahren werden.
Die BVG fürchtet, dass die gerade enteisten Oberleitungen der Tram wieder vereisen könnten, wenn sie jetzt nicht befahren werden.Sebastian Gollnow/dpa

Berlin steht still: Auch bei der BVG wird gestreikt

Verdi stellt klar, dass auch Berlin betroffen ist. Am Donnerstag gab es hier eine neue Verhandlungsrunde, doch die BVG habe argumentiert, die wirtschaftliche Lage lasse keine umfassenden tariflichen Verbesserungen zu. „Der BVG-Vorstand verweigert jede ernsthafte Auseinandersetzung mit der Realität der Beschäftigten“, kritisiert der ver.di Verhandlungsführer Serat Canyurt.

Der Streik soll laut Ankündigung am Montagmorgen um 3 Uhr beginnen. doch die BVG hofft noch darauf, dass Verdi eine Ausnahme macht. Der Grund ist das Wetter, das den Verkehr in Berlin erst diese Woche ins chaos stürzte. „Angesichts der aktuellen Extremwetterlage und der weiterhin bestehenden Herausforderungen, insbesondere im Straßenbahnbetrieb, gefährdet die stundenlange Arbeitsniederlegung den Tramverkehr in Berlin erneut“, teilt das Unternehmen mit. Sollten die mühsam enteisten Oberleitungen durch den Stillstand neu vereisen, stünde Berlin vor den nächsten Chaostagen.

Für die Menschen in Deutschland bedeutet das: Nach dem Winterchaos, das auch in Berlin für Chaos im Verkehr sorgte, steht nun der nächste herbe Schlag an. „Es ist davon auszugehen, dass in den betroffenen Verkehrsbetrieben der ÖPNV zum Erliegen kommt“, teilt Verdi mit. Einzig und allein in Niedersachsen sind die Angestellten nicht zum Streik aufgerufen.