In der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ zeichnete der SPD-Politiker und ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach am Donnerstagabend ein düsteres Bild zur Zukunft der Krankenversicherung in Deutschland. Bei Lauterbachs drastischen Prognosen war sogar Lanz geschockt.
Krankenversicherung vor dem Kollaps
Im Mittelpunkt der hitzigen Diskussion standen die hohen Beiträge und strukturellen Probleme im Gesundheitsbereich: Lauterbach warnt eindringlich, dass ohne tiefgreifende Veränderungen das System nicht tragfähig sei. „Die gesetzliche Krankenversicherung wird, wenn jetzt keine drastischen Reformen kommen, im Jahr 2027 ein Defizit von zwölf Milliarden machen!“ rief Lauterbach, worauf Moderator Lanz ein entgeistertes: „Wow!“ entfuhr. Lauterbach befürchtet, dass die Krankenkassen-Beiträge in zehn Jahren auf 25 Prozent ansteigen könnten.

Lauterbach fordert harte Reformen
Auf die Kritik von Journalistin Antje Höning, „Aber Herr Lauterbach, Sie waren drei Jahre Gesundheitsminister und haben nichts dagegen getan!“, verweist der SPD-Politiker auf die anstehende Krankenhausreform, die jetzt endlich „ohne Verwässerung“ umgesetzt werden müsse. Lanz kommentiert: „Das heißt, da liegt die wahre Atombombe.“ „Die liegt in allem zusammen“, meint Höning.
Lauterbach kritisiert Bundeskanzler Merz
Doch beim Schlagabtausch ging nicht nur um die Krankenkassen-Finanzierung: Lauterbach richtet scharfe Kritik gegen den Wirtschaftsflügel der CDU, der eine Einschränkung des Teilzeitrechts vorschlägt und eine Debatte um Arbeitsmoral und „Lifestyle-Teilzeit“ losschlägt. Die Kritik an der „ausbaufähigen Arbeitsmoral“ in Deutschland, wie es Kanzler Friedrich Merz (CDU) formuliert, nennt Lauterbach „Unsinn“ und greift damit auch Merz frontal an: „Diese Leute werden hier quasi in eine Ecke gestellt, als wenn es Drückeberger wären. Das ist aber nicht richtig.“



