Die Berliner Verkehrsbetriebe zeigen ihren Berliner Fahrgästen jetzt eiskalt die Schulter! Keine Entschädigung will die BVG an ihre Kunden zahlen. Nicht einmal ein kleines Entgegenkommen soll es dafür geben, dass Berliner auf dem Weg zur Arbeit oder zum Arzt auf der Strecke blieben, nur weil tagelang die Straßenbahnen aufgrund vereister Oberleitungen nicht fuhren.
Fahrgastverband fordert von BVG Geld zurück
Liebe BVG, wie wollen unser Geld zurück! Eine Erstattung oder ein Entgegenkommen hatten der Vize-Chef des Berliner Fahrgastverbandes IGEB, Christian Linow (45) gefordert. Und damit sprach er stellvertretend für alle BVG-Kunden, die unter den Tram-Ausfällen in dieser Woche zu leiden hatten.
„Bei einer so weitreichenden Netzeinstellung muss es wenigstens aus Kulanzgründen Erstattungen geben“, sagte Linow im Berliner KURIER. „Wer wie meine Bäckerin ein Taxi nehmen muss, um zur Arbeit zu kommen, sollte die Rechnung bei der BVG einreichen und rückvergütet bekommen. Und für alle Berlinerinnen und Berliner sollte es einen Tag in diesem Jahr geben, der mit einem Einzelfahrschein für beliebig viele Fahrten genutzt werden kann.“
Ein solches Entgegenkommen wäre schon recht und billig. Schließlich wird die landeseigene BVG ja über Steuergelder und über den hohen Fahrpreisen (Einzelfahrt kostet seit Januar 4 Euro) finanziert, die die Berliner zahlen. Doch das hat man in der Chefetage der Verkehrsbetriebe offenbar vergessen.
Statt mit Geld reagiert die BVG mit warmen Dankesworten. „Wir können gut nachvollziehen, dass die witterungsbedingten Einschränkungen für unsere Fahrgäste mit Unannehmlichkeiten verbunden waren“, sagt Unternehmenssprecherin Josefin Langer. „Wir bitten hierfür um Verständnis und danken allen Fahrgästen für ihre Geduld während dieser außergewöhnlichen Wetterlage.“
BVG-Chef schiebt alles aufs Wetter
Mit der „außergewöhnlichen Wetterlage“ hatte schon BVG-Chef Henrik Falk am Montag für Verständnis bei den Berlinern geworben, als nach der Eisregen-Nacht der komplette Straßenbahnverkehr in Berlin abgeschaltet wurde, während in anderen Städten die Bahnen trotz „außergewöhnliche Wetterbedingungen“ fuhren – weil die dortigen Verkehrsbetriebe die Oberleitungen mit Glycerin eisfrei bekamen. Das tat die BVG nicht.
Aber nicht mangelnde Winter-Vorbereitungen waren daran schuld, dass Straßenbahnen tagelang ausfielen. Nein, das alles lag am Wetter und war höhere Gewalt. So sieht man es offenbar in der BVG-Chefetage und schmettert mit diesem Argument Erstattungsforderungen der Fahrgäste ab.

Denn die BVG-Sprecherin erklärt: „Die betrieblichen Einschränkungen wurden jedoch durch extreme Witterungseinflüsse verursacht. In solchen Fällen sind laut den geltenden VBB-Beförderungsbedingungen keine Erstattungen vorgesehen, auch nicht aus Kulanz.“
Die Sprecherin ebegründet: „In Paragraf 18 der Beförderungsbedingungen ist geregelt, dass Abweichungen vom Fahrplan aufgrund von Verkehrsbehinderungen, Betriebsstörungen oder Unterbrechungen keine Ersatzansprüche begründen.“



