Versteckt hinter dem weinroten Vorhang wartet das Traditionsemblem des BFC Dynamo.
Versteckt hinter dem weinroten Vorhang wartet das Traditionsemblem des BFC Dynamo. zVg

13 Jahre mussten sie darauf verzichten. Doch was lange währt, wird endlich gut. It’s coming home! Als der BFC Dynamo am Sonntag zu seinem 57. Vereinsgeburtstag auf der Homepage des Klubs eine Gratulation veröffentlichte, löste das ein Beben aus!

Es ist ein winziges Detail, das leicht übersehen werden kann. Während im Vordergrund die 57 mit einem „Happy Birthday“ prominent vor dem jetzigen Vereinslogo scheinbar alles dominiert, wendet der aufmerksame Beobachter den Blick nach links. Dort ergreift eine weiße Hand einen Vorhang. Dahinter schimmert es weiß und gelb. Findige Augen erkennen das geschwungene weiße Dynamo-D auf weinrotem Untergrund sowie den goldgelben Ährenkranz drumherum. Was wilden Spekulationen Tür und Tor öffnete.  

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BFC-Boss Peter Meyer holt das Dynamo-Logo nach Hause

Was hat es damit auf sich? Wird da etwa ein weinrot-weißer Traum wahr? 

Der BFC hüllte sich zunächst in Schweigen. Nun lüftet er das Geheimnis. „Jetzt kommt nach Hause, was nach Hause gehört“, sagt Peter Meyer exklusiv zum KURIER. Mit einer seiner Firmen hat der Wirtschaftsratsboss der Hohenschönhauser die Rechte an dem Traditionslogo für seinen Klub erworben. Angaben zum exakten Preis, verweigerte er natürlich. Aber nach KURIER-Informationen soll dafür eine sechsstellige Summe fällig geworden sein.

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Der BFC hat sein ursprüngliches Logo in den wilden Wendejahren, als er zwischenzeitlich unter dem Namen FC Berlin firmierte, 1992 zunächst an den stadtbekannten Fanartikel- und Devotionalienhändler Pepe Mager verloren. Der musste es dann später etwas anderen Kreisen überlassen, die offenbar mit einem Angebot an den ehemaligen Hertha-Frosch der hauptstädtischen Fußballszene herangetreten waren, das die Kultfigur nicht ablehnen konnte.

Das traditionelle Logo des BFC Dynamo
Das traditionelle Logo des BFC Dynamo Imago/Christian Schroedter
Das derzeitige Traditionslogo der Dynamos, das seit 2009 seine Dienste tut, hier auf der Rückseite der Haupttribüne. 
Das derzeitige Traditionslogo der Dynamos, das seit 2009 seine Dienste tut, hier auf der Rückseite der Haupttribüne.  Imago/Joko

Egal, lassen wir das. Der Versuch des BFC, sein DDR-Rekordmeister-Logo (zehn Titel am Stück) zurückzubekommen, scheiterte lange Zeit schlicht an fehlender Kohle. Zu Anfang dieses Jahrtausends waren die Weinrot-Weißen nicht auf Rosen gebettet. Auch heute noch hätten sie die Summe nicht aus eigener Kraft zahlen können, ohne dem Fußball erhebliche Mittel zu entziehen. 

Logo: Der BFC hat große Pläne

Jeder Fußballklub muss aber im Besitz seines Logos und im Besitz der Markenrechte dafür sein. Das ist eine der Grundvoraussetzungen, um Lizenzen für den jeweiligen Spielbetrieb zu erhalten. Unter Zähneknirschen hatte sich Dynamo daher 2009 ein neues Emblem zulegt. Traditionalisten empfanden das schon immer als falsch, machten aber gute Miene zum bösen Spiel. Ging ja nicht anders. 

Nun kommt es also zur lang ersehnten Wiedervereinigung, nun wächst zusammen, was zusammengehört. Logo, dass das auf Begeisterung stößt. Doch bis alles in Sack und Tüten ist, muss der Fan sich noch etwas gedulden. Und, so viel sei hier nur verraten: In Hohenschönhausen gibt es große Pläne. Das Logo ist nur ein Baustein eines größeren Gesamtpakets, mit dem die Dynamos ihre Zukunft gestalten wollen.   

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