Es gibt Momente, die vergisst man nie. Den ersten Kuss. Die erste Liebe. Den ersten Trabi. Doch Hollywood-Star Tom Hanks („Forrest Gump“), der gerade 70 Jahre alt wurde, hat offenbar das DDR-Kultauto vergessen, das er vor zwölf Jahren in Brandenburg geschenkt bekam.
Ein DDR-Auto für Tom Hanks
Die Geschichte ging um die Welt, als im Mai 2014 der US-Schauspieler stolzer Besitzer eines himmelblauen Trabi-Kombis wurde. Tom Hanks war gerade wegen Dreharbeiten zum Film „Ein Hologramm für den König“ in Deutschland, machte von den Studios in Babelsberg einen Abstecher nach Eisenhüttenstadt. Dort bekam er von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) das DDR-Kultauto überreicht.
Grund: Drei Jahre zuvor war Tom Hanks schon einmal in Eisenhüttenstadt. Der US-Star wollte im dortigen DDR-Museum mehr über das Leben der Ostdeutschen erfahren, weil er einen Film über US-Sänger und Schauspieler Dean Reed drehen wollte, der in die DDR übersiedelte und dort in den 80er-Jahren unter mysteriösen Umständen starb. Bei dem Museumsbesuch verliebte sich Hanks in das DDR-Kultauto Trabant.
Aus dem Dean-Read-Film „Comrade Rockstar“ wurde nichts. Dafür bekam Hanks bei seinem nächsten Besuch in Eisenhüttenstadt im Frühjahr 2014 einen Trabant, den die Brandenburger Landesregierung zusammen mit einer Lokalzeitung organisiert hatte.

Tom Hanks drehte mit dem Trabi, der zuvor einem Mann aus Frankfurt (Oder) gehört hatte, noch ein paar Runden. Ministerpräsident Woidke fuhr mit. Dabei machte der US-Star klar: Er wird in den USA das DDR-Kultauto an ein Museum verschenken.
Trabi von Tom Hanks: Seit zehn Jahren im Museum
Seit 2016 steht nun der Trabi im Petersen Automotive Museum in Los Angeles (Kalifornien). Errichtet wurde es vom Verleger und Autosammler Robert E. Petersen (starb 2007). In dem Museum befinden sich etwa 300 Oldtimer. Die „Schätze“ der Sammlung stehen in dem sogenannten Tresor-Raum – dem „The Vault“.
Darin sollen sich unter anderem ein exklusiver Rolls-Royce aus den 30er-Jahren, Ferrari-Modelle und Rennwagen befinden. Auch der Trabi von Tom Hanks steht dort, wie ein Mitarbeiter des PR-Teams des Petersen-Museums dem KURIER berichtet. „Aber er besucht ihn nicht.“

Hat Tom Hanks etwa seinen Trabi vergessen? Das kann doch eigentlich gar nicht sein. Oder doch? Der US-Star und das Kultauto aus der DDR: An die Spritztour mit dem Trabi durch Eisenhüttenstadt vor zwölf Jahren – erinnert sich der Schauspieler überhaupt noch daran? Und was sagt er dazu, dass Autodesigner planen, den Trabant als Elektroauto wieder auferstehen zu lassen?
Fragen, die wir an die Agentur von Tom Hanks schicken. Eine Antwort gibt es nicht. Auch das Museum in Los Angeles hadert ein wenig mit dem Trabi von Tom Hanks.
Museum in L.A.: „Trabant-Story nicht so spannend“
Unsere Fragen, neben welchen legendären Fahrzeugen der Trabi des US-Stars steht, welche Bedeutung das Auto für das Museum hat oder wie groß das Besucherinteresse an dem DDR-Volkswagen ist, bleiben unbeantwortet.
Der Mitarbeiter der PR-Abteilung erklärt nur, man könne leider zu dem Trabi nicht viel berichten. „Die Geschichte des Autos ist nicht so spannend, wie wir es uns erhofft hatten.“

Auch aktuelle Fotos von dem Trabi aus dem Museum könne man nicht schicken. Es stünden keine „professionellen Studioaufnahmen des Autos zur Verfügung“.
Dafür gibt es Fotos von Besuchern auf Facebook, die zeigen, wie der Trabant von Tom Hanks im Museum zwischen Dutzenden von anderen Autos ganz eng eingeparkt ist, als stünde er in einer Mega-Tiefgarage eines Einkaufszentrums.
Tom Hanks und sein Trabi: Wie denken Sie darüber? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.
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