Kult-Film wird 35

Trabi-Comeback als E-Auto? „Go Trabi Go“-Star Wolfgang Stumph (80): „Das finde ich gut!“

35 Jahre nach „Go Trabi Go“ könnte die DDR-Rennpappe zurückkehren – als Elektroauto. „Go Trabi Go“-Star Wolfgang Stumph (80) hat dem KURIER verraten, was er vom E-Trabi hält.

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Wolfgang Stumph ist begeistert, wenn der Trabi als E Auto wieder kommt. Einen Prototyp von diesem Modell gibt es bereits.
Wolfgang Stumph ist begeistert, wenn der Trabi als E Auto wieder kommt. Einen Prototyp von diesem Modell gibt es bereits.CTK/imago, M. Wehnert/imago, BK-Montage: Deutschmann

35 Jahre nach dem Kino-Kult „Go Trabi Go“ könnte die DDR-Rennpappe zurückkehren – als Elektroauto. Eine Nachricht, die viele Ostdeutsche freut. Und einen ganz besonders: „Go Trabi Go“-Star Wolfgang „Stumpi“ Stumph (80). Beim Felix-Burda-Award am Sonntag in Berlin verriet er dem KURIER, was er vom E-Trabi hält.

„Stumpi“ setzt dem Trabi ein Kino-Denkmal

Wenn es um den guten alten Trabant geht, kommt man an einem Namen nicht vorbei: Wolfgang „Stumpi“ Stumph. Der ostdeutsche Publikumsliebling hat der DDR-Rennpappe vor 35 Jahren im Kultfilm „Go Trabi Go“ ein Denkmal gesetzt. Mit einer Leidenschaft, die bis heute anhält.

Denn „Stumpi“ ist noch immer von dem legendären Auto aus Zwickau fasziniert.

„Er verfolgt mich immer noch“, sagt der Schauspieler lachend.

1991 kam „Go Trabi Go“ in die Kinos. Rund 1,46 Millionen Zuschauer sahen den Film. Damit war er nach „Pappa ante Portas“ der zweiterfolgreichste deutsche Kinofilm des Jahres.

Der Trabi-Film gilt bis heute als einer der großen Kinoerfolge der Nachwendezeit – dank „Stumpi“ und dem himmelblauen Trabi namens „Schorsch“, den er in dem Film fuhr.

Szene aus dem Film „Go Trabi Go“: Wolfgang Stumph mit Marie Gruber und Claudia Schmutzler.
Szene aus dem Film „Go Trabi Go“: Wolfgang Stumph mit Marie Gruber und Claudia Schmutzler.United Archives/imago

Als Deutschlehrer Udo Struutz tuckert der Dresdner Stumph darin mit Frau, Tochter und jeder Menge DDR-Charme Richtung Italien. Und der Trabi? Der schnattert, stottert und kämpft sich tapfer über die Alpen – genau wie sein Fahrer.

Der Wermutstropfen: Als „Go Trabi Go“ 1991 in die Kinos kam, lief im Sachsenring-Werk in Zwickau der letzte Trabant vom Band.

Trabi-Comeback als E-Auto geplant

Nun könnte der Kultwagen als Elektroauto zurückkehren. Der serbische Designer Nagy Perge László (49) hat dafür aktuelle Entwürfe vorgelegt. Die Idee eines elektrischen Trabants ist allerdings älter: Bereits 2009 wurde auf der IAA der fahrfähige Prototyp Trabant nT vorgestellt.

Der E-Trabi fand schon bei der ersten Vorstellung auf der IAA 2009 großes Interesse.
Der E-Trabi fand schon bei der ersten Vorstellung auf der IAA 2009 großes Interesse.Dreamstime/imago

Entwickelt wurde er von Designer Nils Poschwatta, gebaut beim Zwickauer Unternehmen IndiKar. Die Markenrechte liegen beim Modellbauer Herpa.

Poschwatta hält einen Preis von rund 20.000 Euro für möglich. Für einen Serienbau wird allerdings noch ein großer Autohersteller als Partner gesucht.

Wolfgang Stumph: So begeistert ist er über den E-Trabi

Und „Go Trabi Go“-Star Wolfgang Stumph ist begeistert. 

„Das finde ich gut! Hauptsache, es bleibt weiter ein Trabi“, freut sich Stumph.

Und gesteht: „Der Trabi verfolgt mich ja im positiven Sinne immer.“

Wie „Stumpi“ das meint? „Da gibt es Trabi-Treffen und eine Rallye. Und ich soll da überall hinkommen“, sagt er. „Ich werde auch auf die Rennstrecke hinter Chemnitz eingeladen und soll da mit dem Trabi fahren und das Rennen eröffnen.“

Freut sich auf den E-Trabi: Wolfgang Stumph und seine Frau Christine beim Felix-Burda-Award in Berlin.
Freut sich auf den E-Trabi: Wolfgang Stumph und seine Frau Christine beim Felix-Burda-Award in Berlin.M. Wehnert/imago

Ob ihn der Kult um sich und den Trabi manchmal nervt? „Nee, nee! Der Trabi ist ein angenehmes Maskottchen für mich.“

Ob „Stumpi“ noch privat einen Trabi fährt? „Nein“, sagt er. „Fahren kann ich ihn natürlich noch. Und ab und zu sitze ich beim Trabi auch mal hinterm Steuer. Aber ich habe privat keinen Trabi mehr.“

Wolfgang Stumph: Was ihm mit 80 wichtig ist

Der Schauspieler ist in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden.
„Ich habe nicht gefeiert“, sagt er dem KURIER.

Warum?

„Den finanziellen Aufwand und Kräfteaufwand habe ich meiner Kinderhilfe und Krebshilfe gespendet, wo ich im Kuratorium bin. Da habe ich lieber gespendet, als das Geld mit den Menschen zu verprassen, mit denen ich sonst immer feiere.“

Besonders am Herzen liegen ihm die Dresdner Kinderhilfe und der Verein „Sonnenstrahl“, die sich um krebskranke Kinder, Jugendliche und deren Familien kümmern.

Warum ihm das so wichtig ist?

„Es ist meine Botschaft in meiner künstlerischen Arbeit. Ich mache nur das, was mir gefällt. Und was auch einen Sinn und Zweck hat“, sagt der „Go Trabi Go“-Star.

Und ergänzt mit einem Lachen: „Was ich früher auf der Kabarett-Bühne gemacht habe, habe ich in die Filme gebracht: meinen Stumpfsinn mit PH. Den bringe ich überall ein.“

Fest steht: 35 Jahre nach „Go Trabi Go“ lebt die Legende weiter. Und sollte der E-Trabi tatsächlich auf die Straße kommen, hätte er schon jetzt einen prominenten Fan.

Wie ist Ihre Meinung? Wäre der E-Trabi nach Ihrem Geschmack? Was sind Ihre Trabi-Erinnerungen? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.