Vater Wilfried Stubbe (Wolfgang Stumph) und Tochter Christiane (Stephanie Stumph) im ZDF-Krimi „Stubbe – Von Fall zu Fall – Tödliche Hilfe“, der am 30. Januar DF ausgestrahlt wird.  Foto: Rudolf Wernicke/ZDF/dpa

Schauspieler Wolfgang Stumph kann nicht von seiner Rolle als Wilfried Stubbe lassen. Der 74-Jährige ermittelt wieder und nennt die aktuelle Lebensphase „Unruhestand“, in der er und seine populäre Kommissar-Figur sich befinden. „Tödliche Hilfe“ ist das zweite Special der beliebten ZDF-Krimireihe „Stubbe – Von Fall zu Fall“, mit der eigentlich 2014 nach 50 Folgen geplant Schluss war. Es läuft am 30. Januar (einem Samstag) um 20.15 Uhr im Zweiten.

Es gehe um die Geschichte einer Familie im Spiegelbild der Gesellschaft, „mit allen Konflikten und Spannungen in der Realität“, sagt Stumph. Stubbe ist mit seiner noch berufstätigen Lebensgefährtin Marlene, die bei der Kripo arbeitet, von Hamburg nach Dresden umgezogen und weiß nicht so recht wohin mit sich. Daher mischt der pensionierte Hauptkommissar nach zwei Jahren doch wieder auf dem Bildschirm mit – wenn auch im Hintergrund.

Stephanie alias Christiane ermittelt undercover

Denn in dieser besonderen Ausgabe ist Stubbes inzwischen erwachsene Tochter Christiane (Stephanie Stumph) als Journalistin skrupellosen Machenschaften in der Pflege auf der Spur. Bei einem Familienbesuch heuert sie undercover als Praktikantin bei einem Dresdner Pflegedienst an. Stubbes Lebensgefährtin hat ihrem Partner bereits erzählt, dass auch die Polizei den Dienst ins Visier genommen hat.

Nach sechsjähriger Stubbe-Abstinenz steht seine „doppelte“ Tochter nun im Fokus einer Folge. „Sie hat sich in ihrer Filmrolle wie im wahren Leben von einem neunjährigen Kind zu einer selbstbewussten emanzipierten Frau entwickelt“, sagt der Vater stolz. Das Klischee der „Tochter von ...“ sei Vergangenheit. „Jetzt bin ich der ‚Vater von‘“, sagt er und lacht.

Beide schätzen die Zusammenarbeit auf Augenhöhe. „Sie kritisiert mehr mich als ich sie, früher war es umgekehrt“, sagt Stumph und lobt den Anspruch und Ehrgeiz der Tochter: „Sie weiß genau, was sie will und was nicht.“

„Manches spielen wir wie wir im echten Leben sind“

Autor Peter Kahane habe ihre Figuren sehr Stumph-sinnig geschrieben, lobt er mit einem Wortspiel. „Manches spielen wir wie wir im Leben sind.“ Darin sieht Stumph auch ein Erfolgsgeheimnis der Reihe. „Die Menschen verbinden die familiären mit den zeitspezifischen Themen und denken sich: die Familie Stubbe kenne ich.“

Im ersten Special 2018 war von Christiane nur ein Foto zu sehen mit Stubbes Enkelkind. „Es gab damals viele Zuschauerfragen nach ihr und danach, was aus ihr geworden ist“, berichtet Wolfgang Stumph. Die Rückkehr in die Rolle der Christiane war für Stephanie Stumph ein bisschen wie nach Hause zu kommen, berichtet sie: „Ich bin mit der Reihe groß geworden, da hängt schon Herzblut dran.“ Das Aus sei richtig für ihren eigenen Weg als Schauspielerin gewesen. Es ging „geduldig und mit gesunder Selbstüberschätzung in die anvisierte Richtung“, wie die 36-Jährige erzählt.

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Seit 2015 gehört die Dresdnerin selbst zur Riege der TV-Ermittler – als Kommissarin Annabelle Lorenz ermittelt sie in „Der Alte“. Stumph würde auch gerne ihre Figur Christiane Stubbe noch ein wenig mehr kennenlernen und kann sich gut vorstellen, dass „Stubbe“ mit speziellen Gästen und aktuellen Themen weitergeht. Innerfamiliäre Probleme, spannende Geschichten „und alles Zwischenmenschliche“ sei interessant. „Und ich finde, Christianes Ex, gespielt von Wanja Mues, könnte bei der Recherche eines Falles auch mal hilfreich werden.“ Ihr Vater lässt das offen: „Schauen wir mal.“